Liebe Leserinnen und liebe Leser,

 

die wachsende Bedeutung der Altenpflege ist für Gesellschaft, Organisationen, Verwaltung und Politik in den letzten Jahren deutlich geworden. In Frankfurt kann man das z.B. am Sofortprogramm für eine bessere psychosoziale Betreuung von Heimbewohnern als auch an der Auszeichnung für vorbildliche Programme in Pflegeheimen sehen.

 

Die demographischen Veränderungen stellen eine große Herausforderung dar. Gewiss wird die jetzige Pflegeversicherung wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht. Aber der Ruf nach mehr Geld dafür wird künftig weniger erhört werden. Die Politik muss den Bürgern mehr Geld belassen, damit alle stärker für das Alter vorsorgen können. Wir müssen erreichen, dass wir uns schon frühzeitig über die Pflege im Alter Gedanken machen. Andererseits müssen Pflegerisiken so abgesichert sein, dass Pflege im Alter nicht mit drohender Armut verbunden ist.

 

Wir müssen stetig Verbesserungen initiieren und für Neues offen sein. Die menschliche Perspektive und Mitarbeiterzufriedenheit in den Pflegediensten müssen dabei gestärkt werden.

Die Förderung des Ehrenamtes wird in Sonntagsreden gerne thematisiert. Wer sich am darauf folgenden Montag engagieren möchte, darf nicht vor verschlossenen Türen stehen. Hier müssen die nötigen Freiräume für zivilgesellschaftliche Aktivitäten schaffen werden.

 

Der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen widerspiegelt die Haltung einer Gesellschaft zum Menschsein. Der Schutz der Menschenwürde ist eine ständige, nicht zu vernachlässigende Aufgabe einer Demokratie. Wir dürfen nicht übersehen, dass veränderte Familienstrukturen, Mobilität und berufliche Anforderungen die familiäre Pflege zurück drängen. Daher müssen Entbürokratisierung, Flexibilisierung, Kreativität und Vernetzung in der Pflege umgesetzt werden. Die Sicherung des Wohnumfeldes, der Ausbau nachbarschaftlicher Kontakte und der Abbau der Grenzen zwischen isolierten Pflegearrangements (ambulant, teilstationär, vollstationär) sind anzustrebende Ziele. Menschen, die Pflege brauchen, dürfen nicht in starre Zeitpläne gezwängt werden. Sie benötigen jenen Respekt, der Selbstachtung und Selbstbestimmung stärkt.

 

Unsere Pflegekultur ist Ausweis unserer selbst und unserer Werte. Lassen Sie uns gemeinsam diese Kultur weiterentwickeln, damit wir unsere guten Eigenschaften einbringen und erleben können.

 

Yanki Pürsün

 

FDP Frankfurt am Main