Stadtverordneter Yanki Pürsün

Bei der Einbringung der Vorlage „Frankfurt gegen ausbeuterische Kinderarbeit lassen wir uns von folgendem leiten:


Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ und „Die Welt ist ein Dorf.“


Letzten Sommer hat die Initiative EarthLink e.V. die Frankfurter Stadtverordneten angeschrieben und über ihre Arbeit informiert. Damals konnten wir nicht wissen, dass heute der Fokus des gesamten Planeten auf einer Region liegen würde, in der Kinderarbeit leider zum Alltag vieler gehört.


Heute geht es um zweierlei: Um Vorgaben für die Stadtverwaltung und um ein Zeichen, das von Frankfurt ausgehen soll.


Schon mehr als zwei Dutzend Städte haben sich der Initiative angeschlossen, so z.B. Bonn, Mainz, München, sogar Offenbach, Hannover in diesem Monat, Stuttgart und Münster folgen bald.


Der einzelne in Frankfurt könnte sagen: Was geht mich das an? In meinem Supermarkt oder Laden sieht alles normal aus.


Aber auf das genaue Hinschauen, nicht nur des Großhandels kommt es an. Ausbeuterische Kinderarbeit kann es geben bei:


Fußbällen

Turnschuhen

Spielzeug

Kleidung

Getränken

Früchten

Süßwaren, Schokolade, Honig, Zucker

Shrimps

Textilien

Lederprodukten

Teppichen

Natur- und Pflastersteinen

Blumen

Holzprodukten


Rechtliche Grundlage der heutigen Vorlagen sind die ILO-Konventionen 138 zum Kindesalter und 182 zur Verhinderung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit.


Diese Konventionen fordern in erster Linie Aktivitäten von den Ländern, in denen ausbeuterische Kinderarbeit vorkommt. Doch auch die Verbraucher aller Länder sind angesprochen. Sie können durch ihr Einkaufsverhalten Einfluß auf unmenschliche Produktion in anderen Ländern nehmen.

Bewerber müssen der Stadt künftig Auskunft über die Herkunft geben und nachweisen, dass ihre Waren nicht durch ausbeuterische Kinderarbeit entstanden sind. Aufgrund stark verzweigter Handelswege ist das zwar komplex, aber möglich wie nötig. Immer mehr Unternehmen und Verbraucher erkennen ihre Verantwortung und bemühen sich ernsthaft. Wir wollen das Verhalten dieser Unternehmen belohnen und gleichzeitig anderen Firmen, die sich bisher noch nicht für die Produktionsbedingungen ihrer Waren interessieren, deutlich signalisieren, dass wir Produkte wünschen, die frei von ausbeuterischer Kinderarbeit sind. Inzwischen haben Hunderte von Händlern Siegel der Prüforganisationen, die zudem einen Teil ihrer Einnahmen für Arbeit mit Kindern verwenden.


Transfair.org gibt es seit 1992, Flower Label Programm.org oder Rugmark.de 1995 u.a. von GTZ gegründet. Schulen, Reha-Zentren, Wohnheime boten bislang Tausenden von Kindern Ausbildung, tausende menschenwürdiger Knüpfstühle wurden umgestaltet.


Niemand soll sagen, was geht das eine Kommune an. Hierbei handelt es sich um eine Frage der Nachhaltigkeit, derer sich viele Kommunen unter der Agenda 21 annehmen.


Zum Ende der UNICEF-Partnerschaft hätte ich mir gewünscht, dass alle Fraktionen den Vorlagen zustimmen.


Wir setzen heute ein Zeichen, dem sich hoffentlich viele Bürger anschließen und dem hoffentlich weitere Städte und Bundesländer folgen werden.

Stadtverordneter Yanki Pürsün