Trotz guter Nachrichten bleiben die Anwohner skeptisch

 

Im Frühjahr soll die

Kanalsanierung in der

Wasserhofstraße beginnen


(ms) In die Hoffnung mischten sich Zweifel bei der Mitgliederversammlung der IG Neue Wasserhofstraße am Dienstag, 6. Februar, im „Bobbeschänkelche“. Grund zur Hoffnung gaben verschiedene Anrufe beim Sprecher
Norbert Karl Scherlitz.

Am 25. Januar hatte sich Volker Stein, FDP-Fraktionschef im Römer, gemeldet und mitgeteilt, dass man nach der Haushaltsgenehmigung im März dieses Jahres mit dem Kanalausbau beginnen will. Einen Tag später bestätigten das Büro von Stadtrat Lutz Sikorski und Beate Menger diese Aussage.

Seit ihrer Gründung, im Juni 2004, kämpft die IG Neue Wasserhofstraße um einen neuen Kanal in der Straße. Zuletzt hatte Sturm „Kyrill“ die Straße in einen Sturzbach verwandelt. Nach einer Teilsanierung im unteren Bereich der Wasserhofstraße soll nun nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung entsprechend der Magistratsvorlage M 23 auch im oberen Teil der Kanal erneuert werden.

Geplant ist der Kanalbau zwischen Gräfendeich- und Wehrstraße, sowie die Erneuerung eines Teils der Bachwiesenstraße, mit einem Kanaldurchmesser von DN 500 Weite. Die Gesamtkosten für Straßen- und Kanalbau sind mit 854.000 Euro angesetzt. Acht Monate sind für die Bauarbeiten angesetzt.

Probleme sieht Norbert Karl Scherlitz bei der Kanalerneuerung, denn schon im unteren Teil der Straße habe sich herausgestellt, dass die Trinkwasserleitung zu nahe am Abwasserkanal liege. Weitere Probleme in der Straße sind der Schleichverkehr von der Brunnenstraße. Hier wünschen sich die Anwohner eine Verkehrsberuhigung. In der Planung für den Straßenbau ist eine drei Meter breite Asphaltfahrbahnfläche, mit einer Gussasphaltrinne in der Fahrbahnmitte, mit einer ausreichend bemessenen Zahl von Sinkkästen, Pflastergehflächen und 12 Spitzahornbäumen zur Begrünung, vorgesehen. Insgesamt neun Stellplätze werden angelegt. Als Straßenbeleuchtung werden neue Vectorleuchten installiert, die ihr Licht direkt auf die Straße strahlen lassen. „Man macht sich eher Feinde“, stellte Yanki Pürsün (FDP), der sich von Anfang an für das Anliegen der IG engagiert hat, bei der Versammlung fest. „Alles hatte Hand und Fuß, was die Bürger vorbrachten. Herzlichen Dank an die IG und ihre Professionalität.“ Der restliche Teil der Wasserhofstraße, am Marktplatz, werde erst bei der Umgestaltung des Buchrainplatzes saniert, teilte Pürsün den Anwohnern mit.

Auch eine Umlage der Kosten auf die Eigentümer sei nicht zu befürchten, da die Kosten für die Sanierung historischer Straßen zu 100 Prozent von der Stadt getragen werden müssten.

Doch trotz all der schönen Zusagen blieben die Anwohner skeptisch: „Wir sind erst überzeugt, wenn die Bagger anrücken.“

 

Gute Nachrichten hatte Norbert Karl Scherlitz, Sprecher der IG Neue Wasserhofstraße, bei der Mitgliederversammlung für die 60 Anwohner. Die Kanalsanierung soll Ende März/Anfang April beginnen. Doch die Anwohner sind skeptisch: „Wir glauben das erst, wenn die Bagger da sind.“


Text: SACHSENHÄUSER WochenBlatt, 22.02.2007,

Jahrgang 11 . Nr. 08 / Seite 6