Heinrich Heidel 31. Juli 2006

Abfalltrennung ohne Gelben Sack: Eine Tonne für alles!

Heinrich Heidel: „Mülltrennung vereinfachen – Haushalte entlasten“




Wiesbaden – Landwirtschaftsminister Dietzel will laut Medienberichten an der Gelben Tonne bzw. am Gelben Sack festhalten. „Mehr Mut, die Abfallentsorgung zukunftsweisend aufzustellen“, forderte Heinrich Heidel, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, von der Landesregierung.

„Eine Reihe von Modellversuchen hat gezeigt, dass Restmüll und Verpackungsabfälle gemeinsam über ein und dieselbe Tonne gesammelt und anschließend maschinell getrennt werden können, ohne dass beim Umweltschutz Abstriche gemacht werden müssen“, so Heidel.

Der technische Fortschritt in der Abfallbeseitigung zeige, dass es an der Zeit sei, über neue Abfallbeseitigungskonzepte nachzudenken. Die Abfallsortieranlagen von heute seien in ihrer Leistung bedeutend besser als bei der Einführung der Verpackungsverordnung. Auch die extrem hohe Zahl (ca. 50%) von Fehlwürfen zwischen Gelber und Grauer Tonne lege den Schluss nahe, die Abschaffung der Gelben Tonne zu überprüfen. „Das vereinfacht die Mülltrennung für den Bürger und vor allem – die Müllgebühren werden sinken“, betonte der Liberale.

Es gebe bis zu 50% Fehlwürfe zwischen Grauer und Gelber Tonne, am schlimmsten sehe es da in den Ballungsgebieten aus. Diese Fehlwürfe müssten nachträglich aufwendig sortiert werden. Da liege es nahe, ob man nicht gleich den Haus- und den Verpackungsmüll in eine Tonne werfe und ihn grundsätzlich erst hinterher mechanisch sortiere. Die FDP-Fraktion gehe davon aus, dass eine mechanische Sortierung generell die zur Verwertung zur Verfügung stehenden Menge steigern werde, weil auch Stoffe aussortiert und verwertet würden, die heute noch auf Nimmerwiedersehen im Restmüll verschwänden. Weiterhin liege die Vermutung nahe, dass durch die vereinfachte Mülltrennung die Gebühren sinken – um bis zu 10%!

„Der Verbraucher zahlt eigentlich zweimal Müllgebühren, einmal an seine jeweilige Kommune und einmal im Supermarkt als Lizenzgebühr für den Grünen Punkt. Wenn ein Erfassungskanal künftig nicht mehr nötig ist, stellt sich natürlich die Frage nach der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des gesamten Dualen Systems“, machte Heidel abschließend deutlich.



31.07.2006