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FDP will mehr Sitze im Römer
Der ehemalige Eintrachtspieler Gert Trinklein soll zur Kommunalwahl auf Platz sechs kandidieren
Die Frankfurter FDP versammelt sich am 2. November, um über die Liste der Stadtverordneten-Kandidaten für die Kommunalwahl 2006 zu entscheiden. Auf Platz sechs soll der frühere Eintrachtspieler Gert Trinklein kandidieren.

Frankfurt · Die Frankfurter Liberalen möchten bei der Kommunalwahl im März mehr als die aktuellen vier Sitzen im Stadtparlament erreichen. Prominenz auf der Liste tut immer gut. Zumindest für die Freunde des Fußballs ist der frühere Eintracht-Spieler eine feste und unvergessene Größe. Die wissen, dass Gert Trinklein, 1949 geboren, zwei Mal den Pokalsieg mit der Eintracht feiern durfte (1974 und 1975). In 230 Spiele hat er verteidigt, selbst zehn Tore geschossen. In heutiger Zeit ist Trinklein regionweit unter anderem bekannt als Organisator von Fußballturnieren für Damen und Herren. Politisch aktiv war er für die Liberalen bereits in den Ortsgemeinschaften im Nordwesten der Stadt. Geht es nach dem Wunsch des Vorstandes, dann soll Gert Trinklein auf Platz sechs der Stadtverordneten-Liste kandidieren. Das ist kein sicherer Platz. Allerdings hofft die FDP bei den Kommunalwahlen auf einen erheblichen Aufschwung und auf deutlich mehr als 4,6 Prozent, die sie 2001 erreichte. Bei der Bundestagswahl im September kamen die Liberalen gar auf 13,4 Prozent.

Koalitionsaussage in Richtung CDU

Auf den vorderen Plätzen möchten alle aktuellen FDP-Stadtverordneten wieder antreten. Fraktionschef Volker Stein reklamiert für sich den Spitzenplatz. Auf Platz zwei möchte Annette Rinn antreten, die Plätze drei und vier werden zwischen Yanki Pürsün und Brigitte Reifschneider-Groß ausgehandelt.

Der fünfte Rang soll dem Jungen Liberalen Christoph Schnurr gehören, der bei der Bundestagswahl als Direktkandidat angetreten war. Für weitere Plätze gehen unter anderem Rolf Würz aus der Ortsgemeinschaft Rödelheim / Praunheim, Georg Diehl, Landwirt und ehemaliges CDU-Mitglied aus Nied, Hannelore Otto (Ortsbeirat 10) und Stephan von Wangenheim aus dem Nordend ins Rennen. Auch der Europabeauftragte Patrick Patridge möchte sich zur Wahl stellen. Nach den Worten von Volker Stein wird über die Plätze 1 bis 15 "in Einzelwahlgängen" entschieden und nicht im Block abgestimmt. Theoretisch kann also jeder am 2. November im Bürgerhaus Nordweststadt anwesende Liberale seinen Hut in den Ring werfen und eine Kampfkandidatur um einen Platz erzwingen. Anders als vor rund fünf Jahren wird allerdings dieses Mal nicht damit gerechnet. 2001 hatte sich Volker Stein gegen Nikolaus Athanassiadis durchsetzen müssen. Dem Kommunalwahlprogramm werden die Liberalen am 3. Dezember einen eigenen Parteitag widmen. Im Entwurf des Kreisvorstandes bildet nach Angaben von Stein die "desolate Finanzlage" der Stadt einen Schwerpunkt. Intensiv werde man sich mit dem Thema Privatisierung, auch von städtischen Beteiligungen, befassen. Warum dieses notwendig sei, zeige die nach seiner Ansicht in keinster Weise nachvollziehbare Gaspreiserhöhung der Mainova. Dort halte die Stadt zwar 75 Prozent, doch dem Bürger und Mainova-Kunden helfe dies gar nichts. Stein geht davon aus, dass die FDP mit einer klaren Koalitionsaussage in Richtung CDU in den Wahlkampf gehen werde. Jutta Ochs



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Dokument erstellt am 26.10.2005 um 19:04:02 Uhr
Erscheinungsdatum 27.10.2005