Frankfurts Datensicherheit

50.000 Angriffe abgewehrt

Von Jutta Ochs

Immer neue Berichte über nahezu frei kursierende Daten von Kunden der Telekom sowie Berichte über Datenpannen aus anderen Kommunen wecken das Misstrauen der Bürger auch in Frankfurt. Das so genannte "eGovernment" wird kontinuierlich ausgebaut, damit Anträge bis hin zum Melderegister online ausgefüllt werden können. Genau da aber besteht auch die Gefahr, Opfer von Datenklau aller Arten zu werden. Es gibt bekanntlich einen schwunghaften Datenhandel, legal und illegal.

"Frankfurt hat einen sehr hohen Sicherheitsstandard", versichert das zuständige Wirtschafts- und Personaldezernat in einem Bericht zur Lage in der Stadt. Dezernent ist Boris Rhein (CDU).

Bei der Firma HSH, die wegen Bürger-Daten, die plötzlich frei zugänglich im Internet waren, in die Kritik geraten ist, sei die Stadt keine Kundin. Bei Melde- und Lohnsteuerangelegenheiten sowie allem, was Ausweise anbelangt, arbeitet Frankfurt ausschließlich mit der "ekom21-Kommunales Gebietsrechenzentrum Hessen" zusammen. Diese ist 2007 aus einem Zusammenschluss aller Kommunalen Gebietsrechenzentren in Hessen hervorgegangen. Dort werde für die Sicherheit alles getan, versichert Rhein.

Passwörter werden oft geändert


Im Meldebereich würden keine Standardpasswörter verwendet, das Passwort sei selbstverständlich nicht im Quellcode der Homepage zu finden. Dieser grundlegende Fehler war in anderen Kommunen gemacht worden. Es gebe außerdem eine festgelegte Prozedur zur regelmäßigen Passwort-Änderung. Das maximale Kennwortalter betrage grundsätzlich 90 Tage. Im Bürgeramt, Statistik und Wahlen würden die Passwörter sogar alle 30 Tage geändert.

Und jeder Zugriff auf eine Datensatz im Bereich des Melderegisters werde bei der ekom21 protokolliert.

Auch alle Lesezugriffe würden auf Sicherungsbändern verzeichnet und könnten jederzeit überprüft werden. Dabei werde auch registriert, wer auf den Datensatz zugegriffen hat. Allerdings gibt es offenbar immer wieder Versuche von Unberechtigten und Hackern, sich Zugang zu den Daten zu verschaffen.

So hat die ekom21 dem Magistrat mitgeteilt, dass sie rund 50 000 "Angriffe von Dritten auf kommunale Daten" im Jahr abgewehrt habe. Der Hessische Landesrechnungshof hat in seinem jüngsten Bericht der ekom21 "uneingeschränkte Zuverlässigkeit" attestiert.

[ document info ]
Copyright © FR-online.de 2008
Dokument erstellt am 13.10.2008 um 14:52:01 Uhr
Letzte Änderung am 13.10.2008 um 17:01:38 Uhr
Erscheinungsdatum 13.10.2008

URL: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=1612648&em_loc=1706