Naspa kann kooperieren
Bankgremien wollen Stammkapital bilden

Der Verwaltungsrat der Nassauischen Sparkasse (Naspa) hat den Weg frei gemacht für Kooperationen mit anderen Sparkassen. Die Naspa soll als dritte Sparkasse in Hessen Stammkapital bilden. Der dazu notwendigen Änderung der Naspa-Satzung habe der Sparkassenzweckverband Nassau als Träger zugestimmt, teilte die Naspa mit. Die Stammkapitalbildung soll den Sparkassen neben Fusion und Kooperation eine dritte Möglichkeit der Zusammenarbeit eröffnen - den Handel mit Anteilen. Das Gesetz untersagt privaten Banken, Anteile an Sparkassen zu kaufen.

Die Satzungsänderung tritt nach Naspa-Angaben am 1. Juli in Kraft. Das Stammkapital von 100 Millionen Euro werde mit einer Umwandlung von Rücklagen gebildet. Dem Sparkassenzweckverband gehören neben den Städten Frankfurt und Wiesbaden sechs Kreise an.

Der Naspa-Verwaltungsratschef und Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) sagte, auf dem Gebiet von fünf der Träger gebe es zusätzliche Sparkassen und damit Überlappungen. Das gelte beispielsweise für Frankfurt, den Hochtaunus- und den Main-Taunus-Kreis. Mit gegenseitigen Beteiligungen könnten diese Probleme gelöst werden. Das sei eine Option, betonte er. Anteile könnten zudem nur innerhalb der Sparkassenfamilie verkauft werden. Bisher haben die Sparkasse Offenbach und die Taunus-Sparkasse Stammkapital gebildet.

Diese Möglichkeit ist in der Landespolitik umstritten. Die CDU hatte mit Zustimmung der FDP in der vergangenen Legislaturperiode die Bildung von Stammkapital mit einer Änderung des Sparkassengesetzes ermöglicht. SPD und die Partei Die Linke wollen das wieder rückgängig machen, finden dafür bisher im Landtag aber keine Mehrheit. Die Grünen lehnen den Handel mit Sparkassen-Stammkapital ab, hegen aber Skepsis gegen den SPD-Gesetzentwurf zur Änderung des Sparkassengesetzes. dpa



[ document info ]
Copyright © FR-online.de 2008
Dokument erstellt am 11.06.2008 um 16:52:01 Uhr
Erscheinungsdatum 12.06.2008