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Beteiligung
Frankfurter Wählerwelten

Die Wahlkreise als Grafik
Frankfurt wählt. In sechs Wahlkreisen, die in gewisserweise jeder für sich repräsentativ für die gesamte Stadt sind. Nach der Sicht auf das gesamte Stadtgebiet in der heutigen Ausgabe stellt die Lokalredaktion in den folgenden Tagen jeweils einen Wahlkreis und seine Kandidaten vor.

Kann gut sein, dass der Ausgang der Landtagswahl 2008 auch in der Metropole am Main in diesem Jahr spannender wird als noch 2003. Vor fünf Jahren konnten die Kandidaten der CDU ihren Wahlkreis direkt gewinnen. Neben dem mit Spannung zu beobachtenden Wahlkreis 39, in dem die Spitzenkandidatin der SPD, Andrea Ypsilanti, antritt, richten sich die Blicke vor allem auf den 38er. Dort räumt man dem CDU-Bewerber Klaus Vowinckel durchaus gute Chancen ein. Das gilt für den Sozialdemokraten Michael Paris nicht minder. Ebenso wie für Marcus Bocklet, der nach einem Unfall beim Skilaufen tapfer weiter Wahlkampf macht.

Gemeinsam mit dem Kandidaten der Linken, Ulrich Wilken, und dem FDP-Bewerber Stefan von Wangenheim liefern sich die drei aussichtsreichen Aspiranten im Wahlkreis 38 Politiker am kommenden Mittwoch, 16. Januar, von 20.30 Uhr an im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse einen direkten Schlagabtausch.

Beim Stadtgespräch der Frankfurter Rundschau. Einem Forum, in dem Redakteure der Lokalredaktionen Ihre Fragen an die Kandidaten übermitteln. Schreiben Sie uns also, was Sie unbedingt etwa zur künftigen Bildungspolitik und über energiepolitische Perspektiven wissen wollen. Schreiben Sie eine Postkarte oder wählen Sie den Weg via E-Mail: stadtredaktion@fr-online.de

Mehr zu den Wahlkreisen:

WAHLKREIS 34

Sossenheim, Zeilsheim,
Unterliederbach,
Zeilsheim, Nied, Höchst, Sindlingen, Griesheim

Direktkandidaten: Alfons Gerling (CDU), Roger Podstatny (SPD), Martina Feldmayer (Grüne), Hans-Christian Mick (FDP),
Wiltrud Pohl (Linke).

2003 holte Christdemokrat
Gerling mit 54,8 Prozent der
Erststimmen unangefochten das Direktmandat. SPD-Bewerber Podstatny hatte mit 30,2 Prozent keine Chance. Gerling schaffte
damals das beste Ergebnis aller sechs Wahlkreise, auch das Zweitstimmenergebnis (49,9 Prozent) war das beste in Frankfurt.

Trotz mehrerer Industriestandorte und überdurchschnittlicher
Arbeitlosigkeit (9,5 Prozent)
sind die westlichen Stadtteile für die Union auch in schwierigeren
Zeiten immer eine sichere Bank.



WAHLKREIS 35

Bockenheim, Rödelheim, Hausen, Praunheim,
Heddernheim, Niederursel

Direktkandidaten: Ulrich Caspar (CDU), Gernot Grumbach (SPD), Manuel Stock (Grüne), Rolf Würz (FDP), Peter Gärtner(Linke)

2003 blieb ein spannendes Duell im 35er aus. Ulrich Caspar setzte sich mit mehr als zehn Prozentpunkten Vorsprung gegen Grumbach durch.

In Bockenheim, das trotz des begonnenen Wegzugs der Goethe-Universität immer noch sehr
studentisch geprägt ist, dürfte es Caspar schwer haben. Ansonsten deutet vieles auf einen Durchmarsch des CDU-Kandidaten hin. Zumal Caspar seit jeher eine sehr offensive Öffentlichkeitsarbeit
betreibt. Jeder Termin, den er wahrnimmt, wird in einer Presseerklärung verarbeitet. Interessant wird sein, wie die Wähler in den stetig wachsenden Neubau-gebieten City West und Rebstockpark abstimmen werden.




WAHLKREIS 36

Innenstadt, Altstadt, Bahnhofsviertel, Gallus,
Gutleut, Westend, Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim

Direktkandidaten: Ralf-Norbert Bartelt (CDU), Turgut Yüksel (SPD), Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), Nicola Beer (FDP), Volkhard Mosler (Linke)

2003 war der Wahlkreis 36 eine klare Angelegenheit. Der CDU-Politiker Boris Rhein, mittlerweile Frankfurts Wirtschaftsdezernent,
sicherte sich mit 46,2 Prozent das Direktmandat. Hartmut Holzapfel (SPD) holte nur 30,2 Prozent.

Voller Gegensätze steckt dieser Wahlkreis: Stadtteile mit vielen sozialen Problemen wie das Bahnhofsviertel oder das Gallus finden sich darin ebenso wie eher bürgerliche Viertel (Westend, Dornbusch).




WAHLKREIS 39

Fechenheim, Bergen-Enkheim, Riederwald, Seckbach,
Eckenheim, Preungesheim, Frankfurter Berg, Berkersheim,
Bonames, Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach, Harheim,
Kalbach-Riedberg

Direktkandidaten: Andrea Ypsilanti (SPD), Gudrun Osterburg (CDU),
Helmut Ulshöfer (Grüne), Thilo Müller (FDP), Janine Wissler (Linke).

2003 gewann Osterburg den Wahlkreis mit 50,8 Prozent vor Ypsilanti (32,1).

Spannend dürfte diesmal vor allem werden, ob Ypsilanti von ihrer Position als Spitzenkandidatin der SPD profitieren kann.




WAHLKREIS 37

Oberrad, Sachsenhausen, Schwanheim, Flughafen

Direktkandidaten: Michael Boddenberg (CDU), Petra Tursky-Hartmann (SPD), Sarah Sorge (Grüne), Yanki Pürsün (FDP), Dieter Hooge (Linke)

2003 gewann der CDU-Kandidat Boddenberg den Wahlkreis mit 48,3 Prozent vor der SPD-Bewerberin Elke Tafel (28,7). Sarah Sorge kam auf 16,3 Prozent.

Der Wahlkreis mit den südlichen Frankfurter Stadtteilen gehört zu den idyllischsten im ganzen Land – er umfasst auch den Stadtwald. Die Einwohnerdichte ist nur halb so hoch wie der städtische
Durchschnitt.

Mit dem Flughafen liegt obendrein eines der wichtigsten Wahlkampfthemen in dem Gebiet.




WAHLKREIS 38

Nordend, Bornheim, Ostend

Direktkandidaten: Klaus Vowinckel (CDU), Michael Paris (SPD),
Marcus Bocklet (Grüne), Stefan von Wangenheim (FDP), Ulrich Wilken (Linke)

2003 gewann der Frankfurter CDU-Kreisvorsitzende Udo Corts den Wahlkreis mit einer hauchdünnen Mehrheit von 85 Stimmen vor Paris. Corts beendet
seine politische Karriere, wegen des geringeren Bekanntheitsgrads seines Nachfolgers wird
ein spannendes Rennen um das Direktmandat erwartet. Dabei werden auch dem Grünen Bocklet realistische Siegchancen
eingeräumt.

In den drei Stadtteilen des Wahlkreises haben die Grünen ihre Hochburgen. Hier lagen sie bei den vergangenen Wahlen, etwa bei der Kommunalwahl 2006,
sogar vor der SPD. Mit 26,8 Prozent erreichten die Grünen bei der Landtagswahl 2003 nur 0,1 Prozentpunkte weniger als die SPD.


Service

390 000 Frankfurter Bürger sind am Sonntag, 27. Januar, zur Stimmabgabe bei der Landtagswahl aufgerufen. Davon sind 20 000 Jungwähler: Sie dürfen zum ersten Mal bei einer Landtagswahl
votieren. 5000 junge Menschen sind sogar Erstwähler: Sie können zum ersten Mal überhaupt ihre Stimme bei einer politischen Wahl abgeben.

Die Wahl 2003 endete für die Christdemokraten mit einem souveränen Sieg, in allen sechs Wahlkreisen setzten sich die Direktkandidaten der Union durch. Stadtweit erreichte die CDU vor fünf
Jahren 42,4 Prozent der Stimmen. Die SPD erlebte ein Debakel und kam nur auf 26,5 Prozent, die Grünen erreichten respektable 17,2, die FDP 8,9 Prozent.

Der Endspurt im Landtagswahlkampf beginnt. Die Parteien in Frankfurt am Main mobilisieren Hunderte von Helfern, die an Informationsständen, in Fußgängerzonen und bei Saalveranstaltungen für die politischen Ziele werben. Prominente Politiker sind in diesem Endspurt im

Einsatz: Am 24. Januar von 17 Uhr an wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Kundgebung vor der Alten Oper erwartet – es ist der Höhepunkt des CDU-Wahkampfes.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) kommt am Montag, 14. Januar, ab 19 Uhr in das Casino der Stadtwerke am Börneplatz . Am 23. Januar engagiert sich der frühere hessische
Ministerpräsident und Bundesfinanzminister Hans Eichel noch einmal im SPD-Wahlkampf – von 19 Uhr an im Bürgerhaus Gallus. Die Frankfurter Grünen werden von der Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Renate Künast, unterstützt, die am 24. Januar von 18 Uhr an im Kabarett
Die Käs, Waldschmidtstraße 19, erwartet wird. Bereits am Mittwoch, 16. Januar, ist die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth in Frankfurt aktiv. Sie schlendert von 12.30 Uhr an über den
Bornheimer Markt.

Die Linkspartei bietet am 25. Januar die beiden Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine,
zur Abschlusskundgebung in Frankfurt auf. Sie treten ab 19 Uhr im Casino der Stadtwerke am Börneplatz auf.

Einen eigenen Song für die Landtagswahl haben die Sozialdemokraten zu bieten. Die Rockband "Die Crackers" aus Wiesbaden hat eigens für die Landtagswahl den Song "Die Zeit ist reif" geschrieben.

Allein die großen Parteien CDU und SPD in Frankfurt bieten jeweils etwa 400 Helfer im Wahlkampf auf, die Plakate kleben oder Flugblätter verteilen. Insgesamt dürften bis zu 1000 Wahlkämpfer im Einsatz sein.

In den Etats für den Wahlkampf geben die Sozialdemokraten 50 000 Euro an. Von der CDU gibt es keine Zahl, dort heißt es lediglich: "Die Kriegskasse ist gut gefüllt". Der Kreisverband der Grünen kann stadtweit auf etwa 50 Aktive zurückgreifen. Für den Landtagswahlkampf verfügt die Partei über einen Etat von 32 000 Euro. Mit rund 12.000 Euro beziffert die Linkspartei ihr Budget.

Die Beteiligung an der Landtagswahl fiel beim letzten Wahlgang 2003 mit 61,1 Prozent eher mäßig aus, noch ge-ringer als im hessischen Durchschnitt, der bei 64,6 Prozent lag. Gegenüber der Landtagswahl 1999 war die Beteiligung in Frankfurt damals noch einmal um 2,7 Prozentpunkte gesunken. 2003 hatte auch das schlechte Wetter mit Schnee und Eis am Wahltag abschreckend gewirkt.

Junge Leute blieben der Landtagswahl in Frankfurt damals in ihrer Mehrheit fern. In der Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren gaben nur noch 41 Prozent ihre Stimme ab, bei den Frauen war der Anteil mit 35,8 Prozent noch geringer.

Die Organisatoren hoffen, dass sich dieser negative Trend bei der Wahlbeteiligung diesmal durch größere Mobilisierung stoppen lässt. Bisher zeigt sich das Wahlvolk in Frankfurt jedoch nur mäßig mobilisiert. Indikator für das Interesse der Menschen ist der Anteil
der Bürger, die vorzeitig ihre Stimme per Briefwahl abgeben.

Die Briefwahl diesmal startete verheißungsvoll, die Beteiligung ist aber jetzt wieder abgeflacht. Bis zum Wochenende hatten 25 941 Bürger beim Wahlamt Unterlagen für die Briefwahl beantragt, zum gleichen Zeitpunkt vor der Landtagswahl 2003 waren es 27 888 gewesen. Bei der bisher letzten Landtagswahl hatten am Ende 16,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme per Brief abgegeben, bei Bundestagswahlen liegt der Anteil mit mehr als 20 Prozent in
der Regel noch höher.

Die Briefwahl ist weiter möglich bis zum 25. Januar. Die beiden Briefwahllokale sind das zentrale Wahlamt, Zeil 3 (Eingang Lange Straße), und das Bürgeramt Höchst, Bolongarostraße 109. Die
Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 7.30 Uhr bis 16 Uhr. Am Freitag, 25. Januar, sind die Briefwahllokale allerdings nur noch bis 13 Uhr geöffnet. Die Zustellung der angeforderten Wahlunterlagen per Post erfolgt sehr schnell.

Helfer für den Wahltag, Sonntag, 27. Januar, werden noch gesucht. Insgesamt braucht die Stadt 4000 Ehrenamtliche, um die 448 Wahllokale zu besetzen. Pro Wahllokal werden bis zu neun Mitglieder des Wahlvorstandes benötigt. Personelle Engpässe gibt es gegenwärtig vor allem noch für Wahllokale in Heddernheim und in der Nordweststadt, in Eckenheim und in Eschersheim. Wer sich bei der Landtagswahl engagieren möchte, kann sich beim Bürgeramt Statistik und Wahlen unter der Hotline-Telefonnummer 212 40 400 melden. Sollten sich nicht genügend Wahlhelfer finden, können Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dazu dienstverpflichtet werden.

Die Frist für mögliche Korrekturen im Wählerverzeichnis der Stadt ist abgelaufen. Wer jetzt nicht im Wählerverzeichnis erfasst ist, kann am 27. Januar seine Stimme nicht abgeben. Große Korrekturen des Verzeichnisses waren allerdings nicht notwendig.

Im Internet stellen die Parteien ihre Kandidaten, Wahlprogramme und aktuelle Wahltermine vor.

Die Adressen: www.spd-frankfurt.de, www.cduffm.de, www.frankfurt-waehlt-gruen.de, www.fdp-frankfurt.de, www.linke-frankfurt.de.



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Copyright © 2008
Dokument erstellt am 13.01.2008 um 21:08:01 Uhr
Letzte Änderung am 14.01.2008 um 13:29:51 Uhr
Erscheinungsdatum 14.01.2008