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Liberale Aufbruchstimmung

Im Keller-Kamin des Neuen Volkswirt knisterte beim gestrigen Jour Fixe der Frankfurter FDP zwar kein gemütliches Feuer. Bei den Liberalen ging es aber trotzdem heiß her. Die Kandidaten der Frankfurter Wahlkreise stellten sich und ihre Ideen für den kommenden Landtagswahlkampf den Mitgliedern vor. In den Herzen brannte das Feuer des liberalen Aufbruchs nach fünf harten Jahren auf der Oppositionsbank im Hessischen Landtag. Im Magen wärmte die gute Kartoffelsuppe mit Einlage.

Am 2. Januar beginnt die heiße Phase des Wahlkampfs. Plakate haben die Parteifreunde schon auf die Stellwände geklebt, sie stehen in einer Scheune zum Einsatz bereit. Jetzt schon welche aufzustellen, habe keinen Sinn: "Die Leute denken doch nur an Weihnachten", sagt Dirk Pfeil, Vorsitzender des hiesigen FDP-Kreisverbands. Die meisten Chancen, in den Landtag einzuziehen, hat Nicola Beer, erfahren in zwei Legislaturperioden. Entsprechend verspätet sie sich auf der Terminhatz. Yanki Pürsün fehlt gleich ganz. Er weilt als OECD-Wahlhelfer in Kirgisien.

Die übrigen Kandidaten sind guter Dinge. Der Spitzenmann der Jungen Liberalen, Hans-Christian Mick, (tritt in den westlichen Stadtteilen an), sagt gar übermütig: "Wenn wir vier Minister stellen, rücken entsprechend viele von der Liste in den Landtag nach."

So optimistisch ist Stefan von Wangenheim (Bornheim, Nord- und Ostend) nicht. Er will sich trotzdem "richtig reinhängen", um eine rot-rot-grüne-Koalition zu verhindern. Abseits der Farbenlehre ist ihm vor allem die Schulpolitik wichtig. Er sei zwar nicht gegen die verkürzte Schulzeit an Gymnasien, hätte sie aber behutsamer eingeführt. Außerdem sollten Schulleiter mehr Eigenverantwortung haben und die Stadt mehr Partnerschaften mit privaten Investoren eingehen.

Eine Ampelkoalition kann sich bei der Frankfurter FDP auf Hessen-Ebene niemand vorstellen. Es sei denn, in den Farben schwarz-blau-gelb... "Wir machen einen Lagerwahlkampf", kündigt Dirk Pfeil an. Denn nur die Frankfurter, nicht aber die Landes-Grünen hätten sich von ihrer "Blockadehaltung" verabschiedet. Rolf Würz, aus dem Wahlkreis 35 (unter anderem Hausen), sieht selbst hier noch Defizite. Im Frankfurter Moschee-Streit seien es einzig die bürgerlichen Parteien, die eine offene und demokratische Diskussion mit den Menschen führten. sky

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Dokument erstellt am 18.12.2007 um 22:04:02 Uhr
Erscheinungsdatum 19.12.2007