26.07.2005
Umbau für eine runde Sache
Von Christiane Weiß

Sachsenhausen. Jetzt tut sich was am Schweizer Platz: Das Straßenbauamt hat die Sperrflächen bereits markiert, auf denen am kommenden Montag die Baufirma mit ihren Fräsen anrücken wird, um die Zitrone wieder in einen Kreisel zu verwandeln. Spätestens Ende der Sommerferien soll es wieder rund gehen am Schweizer Platz. Seit die für die notwendige Ampel erforderlichen 140 000 Euro in den städtischen Doppelhaushalt 2005/06 eingestellt wurden, fiebern viele Anwohner und Geschäftsleute dem Baubeginn entgegen.

«Wir sind überglücklich, dass der jahrelange Kampf nun beendet ist. Vor allem für Ortsunkundige war die bisherige Verkehrsführung äußerst ungünstig», sagte Edda Reyl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Straße. Auch den Zeitpunkt hätte die Stadt ihrer Meinung nach nicht besser wählen können: In den Ferien seien die Beeinträchtigungen nicht allzu groß. «Sie sollen uns den Platz nur verschönern. Dann bleibt der Kernfluss in der Stadt – und eben nicht nur in der Innenstadt», führte Frau Reyl aus.

Es habe dem Baudezernenten Franz Zimmermann (FDP) sichtlich großes Vergnügen bereitet, ihr bei der Eröffnung des Schweizer Straßenfestes die Pläne für den Umbau des Platzes als Geschenk zu überreichen. «Eine Sperrung wird es selbstverständlich nicht geben. Schließlich ist schon der Schaumainkai dicht. Wir wollen ja Frankfurt nicht lahm legen», sagte Andreas Jung, stellvertretender Baubezirksleiter.

Zwei Spuren sollen die jahrelange Trennung zwischen Ost und West im Stadtteil bald wieder aufheben. Die innere Spur ist für das richtige Kreisfahren, die Äußere zur Weiterfahrt auf der Schweizer Straße angelegt. Für weitere Parkplätze sei dann aber in keinem Fall mehr Platz, ebenso wenig für einen Fahrradweg: Das mache auch keinen Sinn. In der übrigen Schweizer Straße gebe es ja auch keinen Radwege, so Jung weiter. Er halte es für unwahrscheinlich, dass der Verkehr wegen des Kreisels in die umliegenden Wohngebiete ausweiche. Vielmehr werde die Schweizer Straße wieder mehr genutzt als jetzt, denn der Verkehr fließe schneller in alle Richtungen.

Auch Hans-Günter Joras, Ortsvorsteher im Ortsbezirk 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) begrüßt den Rückbau zum Kreisel. «Die Zitrone hat den Stadtteil lange genug auseinander gerissen. Ost und West hatten keine Möglichkeit zusammenzufinden.» Der Kreisel bringe für alle Beteiligten eine Erleichterung. Zumal die Zitrone immer wieder widerrechtlich befahren worden sei, was zu Unfällen und der Blockierung des Straßenbahn-Betriebs geführt habe. Ein Kreisverkehr werde den Verkehrsfluss sicher positiv beeinflussen.

Damit erhält der Schweizer Platzes wieder sein ursprüngliches Gesicht und kehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück: Ein ehemals bestehender Kreisverkehr war 1984 mit der Inbetriebnahme der U-Bahn abgeschafft worden. Weil die neue Gestaltung unter dem damaligen Oberbürgermeister Walter Wallmann umgesetzt wurde, war der Schweizer Platz schnell unter dem Spitznamen Wallmann-Zwiebel bekannt. Zehn Jahre später begannen die Diskussionen über die Wiedereinführung des Kreisverkehrs. In den folgenden Jahren stellte der Ortsbeirat mehrere Anträge, um den Kreisverkehr wieder einzuführen, die aber immer abgelehnt wurden. Mal wurde kritisiert, dass dadurch neue Schleichwege in den Wohngebieten entstünden, mal wurde das Projekt als zu teuer bezeichnet.

Nach dem Rückbau würden viele unnötige Autofahrten durch die Wohngebiete im nördlichen Teil Sachsenhausens entfallen, hatte der CDU-Ortsverband bereits im Vorfeld der Baumaßnahme erklärt. Die Veränderung solle zudem dazu genutzt werden, den Schweizer Platz auch in das Programm «Schöneres Frankfurt» aufzunehmen. Von der Qualität her könne der Schweizer Platz einer der interessantesten Plätze in den Stadtteilen werden. Die Stadt soll nach den Vorstellungen der CDU deshalb auch mit den angrenzenden Grundstückseigentümern reden, um deren Flächen ebenfalls gestalterisch aufzuwerten.