Fraktionsvize im Römer, Yanki Pürsün, führt die FDP-Liste an
von Jörn Tüffers
LandtagswDer Fraktionsvize im Römer soll Spitzenkandidat werden – es ist sein dritter Anlauf
Yanki Pürsün ist die einzig verbliebene Konstante im Vergleich zur Landtagswahl 2013. In den übrigen fünf Wahlkreisen gehen die Liberalen 2018 mit frischen Gesichtern an den Start.
Frankfurt. 

Mit Yanki Pürsün als Spitzenkandidat will die Frankfurter FDP in den Landtagswahlkampf im Herbst 2018 ziehen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Römer soll am Mittwoch kommender Woche von den Mitgliedern nominiert werden. Wie schon bei der Hessenwahl 2013 tritt Pürsün im Frankfurter Süden (Wahlkreis 37) an. Dies sagte der Parteivorsitzende Thorsten Lieb auf Anfrage dieser Zeitung.

Ein Selbstläufer ist der Einzug in den Wiesbadener Landtag für Pürsün nicht. Ziel der Frankfurter Liberalen ist es, ihn auf Platz 10 der Landesliste zu platzieren. Darüber entscheidet am 18. November der Landesparteitag in Hofheim. Auch wenn die FDP in Frankfurt den größten Kreisverband stellt, dürfte eine bessere Ausgangslage illusorisch sein: Bei der Bundestagswahl stand die Frankfurterin Nicola Beer auf Listenplatz 1, und 2019 erhofft sich Lieb selbst eine gute Platzierung für eine Kandidatur um einen Sitz im Europa-Parlament.

8 Prozent müssten reichen

Wobei es dann noch auf das Abschneiden der Liberalen ankommt. Das kann bisweilen zu einer Zitterpartie werden: Das hat Yanki Pürsün 2009 erfahren, als seine Partei mit 16,2 Prozent ein unerwartet hohes Ergebnis einfuhr und mit 20 Abgeordneten in den Landtag einzog. Für 20 Minuten durfte sich der Frankfurter an diesem Wahlabend auch als Gewinner fühlen – Aber am Ende fielen die Liberalen dann noch hinter das zwischenzeitliche Ergebnis zurück, so dass es für Listenplatz 21 und Pürsün doch nicht reichte. Selbst als Nachrücker schaffte er es nicht nach Wiesbaden, weil in der Legislaturperiode ungewöhnlicherweise niemand ausschied. Nun soll es für Pürsün im dritten Anlauf klappen. 8 bis 8,5 Prozent müssten dafür reichen, glaubt Parteichef Lieb.

Rekord bei Mitgliedern

Eine Zitterpartie wie 2013 möchten die Liberalen in Hessen vermeiden. Damals gingen viele von ihnen mit der vermeintlichen Gewissheit zu Bett, dass sie nicht nur aus dem Bundestag, sondern auch in Wiesbaden aus dem Parlament geflogen waren. Das wäre auch so gekommen, wenn ihnen das Ergebnis aus dem zu später Stunde ausgezählten Wahlkreis 37 nicht doch noch zu 5 Prozent verholfen hätte. „Ich denke aber, dass wir uns heute an einem anderen Punkt befinden als damals“, sagt Lieb. Er führt den Wiedereinzug in den Bundestag und das Abschneiden am Wochenende bei der Niedersachsen-Wahl an. Außerdem ist da noch die Entwicklung der Liberalen in Frankfurt: Nachdem die Mitgliederzahl seit 2010 kontinuierlich auf 640 gesunken war, sind es derzeit 880. Laut Lieb ein Höchststand.

Wie schnelllebig das politische Geschäft ist, zeigt der Umstand, dass Yanki Pürsün der einzige aus dem FDP-Sextett von 2013 ist, der noch einmal kandidiert. Nicola Beer hat sich Richtung Berlin verabschiedet, und Lieb liebäugelt mit Straßburg. Hans-Christian Mick, Rolf Würz und Stefan Schanz spielen aus unterschiedlichen Gründen keine Rolle mehr.

Das sind die neuen Hoffnungsträger für 2018: Claudius Swietek, stellvertretender Leiter einer Hauptschule und Vorsitzender im Ortsbezirk 6. Er kandidiert im Wahlkreis 34. Im Nordwesten (Wahlkreis 35) wirft der stellvertretende Kreisvorsitzende Sebastian Papke seinen Hut in den Ring. Er soll auf der Liste der Frankfurter FDP auf Platz 2 gesetzt werden. Die Stadtverordnete und ehemalige JuLi-Vorsitzende Stephanie Wüst bewirbt sich um den Wahlkreis 36. Gerüchten zufolge könnte es einen Gegenkandidaten geben, „aber bei mir hat sich noch niemand gemeldet“, sagt Parteichef Lieb. Im Wahlkreis 38 möchte Ortsbeirätin Maria-Christina Nimmerfroh das Rennen machen. Zwei Kandidaten gibt es für den Wahlkreis 39: Dabei treffen Ingrid Häusler und Norbert Wied aufeinander.

Artikel vom 19.10.2017, 03:30 Uhr (letzte Änderung 23.10.2017, 03:34 Uhr)
Artikel: http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Fraktionsvize-im-Roemer-Yanki-Puersuen-fuehrt-die-FDP-Liste-an;art675,2800337