16.12.2005
Stadt baut weiterhin auf Agentur für Arbeit
Frankfurt. Die Stadt Frankfurt betreibt mit der Frankfurter Agentur für Arbeit die Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese kümmert sich nach der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II im Zuge der Hartz-Reformen um die Betreuung von Langzeitarbeitslosen.

Während in Frankfurt die Stadt und die Arbeitsagentur zu gleichen Teilen das neue Unternehmen führen, hat Offenbach als eine der ersten Kommunen die Mehrheit an ihrer Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaft übernommen. Deshalb wollte gestern der Stadtverordnete Yanki Pürsün (FDP) wissen, warum die Stadt Frankfurt innerhalb ihrer Arbeitsgemeinschaft nicht ebenfalls die Mehrheit übernehmen wolle.

Der Frankfurter Sozialdezernent Franz Frey (SPD) hält es für «dringend erforderlich, dass die Agentur weiterhin in der Verantwortung bleibt». Sie sei für die Leistungsgewährung, sowie die Infrastruktur der Informationstechnologie zuständig. Nur ein Viertel der deutschen Gebietskörperschaften hätten sich in den Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaften zu einer Mehrheitsübernahme entschlossen. Darunter seien überwiegend kleinere Gemeinden. Die größeren bauten auf die Mitarbeit der Arbeitsagenturen.

Dass Offenbach sich zu den Schritt entschlossen habe, sei nicht weiter verwunderlich. Offenbach habe lediglich ein Jobcenter, Frankfurt dagegen vier. «Nicht nur im Fußball spielt Frankfurt in einer anderen Liga als Offenbach», sagte der Sozialdezernent.

Eine Verschmelzung mit der Offenbacher Hartz-IV-Arbeitsagentur hält Frey während der Aufbauphase nicht für sinnvoll. Eine Absichtserklärung, die Empfänger des Arbeitslosengeldes II gemeinsam zu betreuen, haben Vertreter der beiden Städte bereits im Sommer des vergangenen Jahres unterzeichnet. (tre)