Frankfurter Neue Presse, Frankfurt
Rinn führt die FDP-Liste an
von Stefanie Liedtke
Bei Kommunalwahl treten Liberale mit bewährten Kräften an – trotz mancher Kampfkandidatur
Sechs Sitze im Stadtparlament hat die Frankfurter FDP-Chefin Annette Rinn als Ziel für die nächste Kommunalwahl ausgegeben. Aktuell sind es vier. Am Samstag haben die Liberalen entschieden, wen sie ins Rennen schicken werden.
Frankfurt. 

Die ersten vier – sie galten als gesetzt: Die amtierenden Stadtverordneten Annette Rinn, Gert Trinklein, Elke Tafel-Stein und Stefan von Wangenheim sollten auch beim nächsten Kommunalwahlkampf die FDP-Liste anführen. Bei den ersten drei Plätzen lief es denn auch wie erwartet: Rinn (90,8 Prozent), Trinklein (82,4) und Tafel-Stein (82,4) durften sich über klare Voten ihrer Parteifreunde freuen.

Umkämpfter 4. Platz

Stefan von Wangenheim indes musste – zumindest kurzfristig – bangen. Ihm wollte die Bockenheimerin Maria-Christina Nimmerfroh Listenplatz 4 streitig machen. Vergebens. 69,6 Prozent sprachen sich für von Wangenheim aus.

Wenn es nach FDP-Chefin Rinn geht, dürfen sich auch die nächsten beiden Kandidaten Chancen auf den Einzug ins Stadtparlament ausrechnen, denn Rinn strebt sechs Sitze für ihre Partei an: Auf Listenplatz 5 tritt der stellvertretende Kreisvorsitzende Yanki Pürsün an, der mit 94,2 Prozent das beste Ergebnis erzielte. Platz 6 war von vornherein für die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Stephanie Wüst, reserviert, die 86,1 Prozent der Stimmen erhielt. Am Listenplatz 7 meldeten gleich sieben Liberale Interesse an, am Ende entschied Uwe Schulz vom Ortsbeirat 5 das Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Sebastian Papke vom Ortsbeirat 7 für sich. Im Streit um Platz 8 setzte sich Michael Bross mit 68,4 Prozent gegen Katharina Schreiner durch. Auf Platz 9 geht der Junge Liberale Sven Holm für die FDP ins Rennen, auf Platz 10 Renate Sterzel.

FDP-Chefin Annette Rinn zeigte sich gestern zufrieden mit dem Ergebnis. Dass es manche Gegenkandidatur geben würde – Rinn hatte es erwartet, „weil wir keine im Vorhinein ausgekungelten Listen haben“.

Das ist auch bei der Benennung der Kandidaten für die Ortsbeiratswahlen nicht anders, über die ebenfalls abgestimmt wurde. Hier gehen die Liberalen mit ihrer bewährten Mannschaft an den Start: Für den Ortsbeirat 1 tritt Stephan Korte an, für den Ortsbeirat 2 Günter Pelke und für den Ortsbeirat 3 Gerhard Brandt. Außerdem kandidieren Stefan Schanz (Ortsbeirat 4), Uwe Schulz (5), Georg Diehl (6), Sebastian Papke (7), Eberhard Stelter (8), Klaus Funk (9), Julian Langner (10) Detlef Stange (11), Thorsten Lieb (12), Maximilian Hunzinger (13), Michael Machauer (14), Renate Sterzel (15) und Norbert Wied (16).

Diskussion um Flüchtlinge

Trotz mancher Kampfkandidatur sei die Stimmung sehr gut gewesen, betonte FDP-Vorsitzende Rinn. Insgesamt habe man lange getagt – nicht nur wegen der umkämpften Kommunalwahlliste, sondern auch wegen des Leitantrags zur Haltung der Liberalen in der Flüchtlingsfrage. Am Ende wurde dieser mit nur kleinen Änderungen verabschiedet. In diesem Zusammenhang war es Rinn ein Anliegen, vor allem eines deutlich zu machen: Die Integration der Flüchtlinge sei nicht nur eine Chance, sie sei auch mit Schwierigkeiten verbunden. „Das muss man auch sagen dürfen, ohne dass man gleich in die rechte Ecke gedrängt wird.“

Artikel vom 19.10.2015, 03:30 Uhr (letzte Änderung 20.10.2015, 07:12 Uhr)
Artikel: http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Rinn-fuehrt-die-FDP-Liste-an;art675,1650433

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