Frankfurter Neue Presse, Frankfurt

Das wollen die Kandidaten politisch erreichen

Sieben Kandidaten kämpfen um das Direktmandat im Landtagswahlkreis 37 (Oberrad, Sachsenhausen, Niederrad, Schwanheim). Nach den Erfahrungen der vergangenen Wahlen wird es auf ein Duell zwischen den Bewerbern von CDU und SPD hinauslaufen.

Frankfurt. 

Für welche Positionen stehen die Landtagskandidaten? Wir haben die Bewerber der bereits im Landtag vertretenen Parteien gefragt, welche persönlichen politischen Schwerpunkte sie setzen und was sie konkret für ihren Wahlkreis erreichen wollen.

Für die CDU tritt mittlerweile zum fünften Mal Michael Boddenberg an. Der 54 Jahre alte gelernte Metzgermeister ist derzeit hessischer Minister für Bundesangelegenheiten. Für die SPD versucht erstmals der selbstständige Versicherungsmakler Ralf Heider (51) sein Glück. Er ist Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat 5. Die FDP schickt wie schon 2009 den Luftverkehrskaufmann und ehemaligen Stadtverordneten Yanki Pürsün (41) ins Rennen. Für die Grünen kandidiert erstmals die Beraterin und Stadtverordnete Ursula auf der Heide (61), für die Partei „Die Linke“ will der ehemalige Schulleiter Knut Dörfel (66) gewinnen.

Daneben treten zwei Kandidaten von Parteien an, die noch nicht im Landtag vertreten sind: Für die Piraten bewirbt sich der Fachinformatiker Stefan Schimanowski (36), für die Allianz Graue Panther (AGP) der Gynäkologe und Stadtverordnete Dr. Erhard Römer (76).


Michael Boddenberg (CDU)

Michael Boddenberg (CDU):

Politische Schwerpunkte:

 Oberste Priorität hat für mich der weitere Einsatz zur Reduzierung des Fluglärms.

 Einen weiteren Schwerpunkt sehe ich im Erhalt der Unternehmensvielfalt. Der Süden lebt von der guten Mischung aus Handwerk, Einzelhandel und Industrie.

 Das Museumsufer ist ein kultureller Anziehungspunkt von Weltrang. Kleine Bühnen bereichern aber ebenso das Kulturangebot.

Ziele für den Wahlkreis:

 Die Pläne von SPD und Grünen zu Steuererhöhungen, Einheitsschule und einer überzogenen Mietpreisbremse bei Neuvermietungen sind Gift. Die hohe Nachfrage an Wohnraum zeigt, dass die Lebensqualität im Frankfurter Süden nach wie vor attraktiv ist. Die von der Landesregierung initiierten Maßnahmen beim aktiven und passiven Lärmschutz zeigen erste Wirkung und sie müssen mit Nachdruck vorangetrieben werden. Unrealistisch ist es dagegen, die Stilllegung der Nordwestbahn zu fordern.


Ralf Heider (SPD)

Ralf Heider (SPD):

Politische Schwerpunkte:

 Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet und besonders in meinem Wahlkreis leiden extrem unter den Folgen des Flughafenausbaus. Mein erster Schwerpunkt liegt im Einsatz für die Stilllegung der Nord-West-Landebahn, verbunden mit einem absoluten Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.

 Weitere Schwerpunkte sind die Bildungs- und die Wohnungspolitik. Ich setze mich für ein verlässliches Schulsystem ein, das alle Kinder mitnimmt. Bezahlbarer Wohnraum ist nur über stärkere öffentliche Förderung zu schaffen. Für meinen Wahlkreis will ich erreichen, dass der Planfeststellungsbeschluss aufgrund der falschen Gutachten und der neuesten Entwicklungen noch einmal auf den Prüfstand kommt, um den Frankfurter Süden in Zukunft wieder lebenswert zu machen. Die Menschen dürfen nicht aus ihren Wohnungen und Häusern vertrieben werden. Der Einsatz lohnt sich für neue Mehrheiten und den Politikwechsel in Wiesbaden.


Yanki Pürsün (FDP)

Yanki Pürsün (FDP):

Politische Schwerpunkte

 Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Wirtschaft und Förderung des Mittelstandes.

 Senkung der Neuverschuldung und weniger Bürokratie.

 Wahrung der Bürgerrechte und Freiheiten.

Ziele für den Wahlkreis:

 Die Kinderbetreuung ist weiter auszubauen.

 Die vorhandene Schulvielfalt und eigenständige wie leistungsfähige Schulen sind zu erhalten.

 Ganztagsangebote sind an möglichst vielen Schulen weiter auszubauen.

 Mobilität ist unverzichtbar. Die Reduzierung des dabei entstehenden Lärms ist eine große Herausforderung.

 Dem angespannten Wohnungsmarkt wird man am nachhaltigsten durch eine Förderung des Wohnungsneubaus begegnen.

 Der Wirtschaftsstandort Frankfurt ist weiter zu stärken, um Arbeitsplätze zu sichern und neue anzusiedeln.

 

Ursula auf der Heide (Grüne)

Ursula auf der Heide (Grüne):

Politische Schwerpunkte

 Flughafenentwicklung ,

 Geschlechtergerechtigkeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Schutz vor Gewalt,

 Grüne Großstadtpolitik und Stärkung der Kommunen ,

Ziele für den Wahlkreis:

 Die Bevölkerung vor Fluglärm schützen, Siedlungsgebiete zurückgewinnen,

 dem Frankfurter Süden Lebensqualität zurückgeben u.a. durch eine rechtsverbindliche Vereinbarung zwischen Landesregierung, Fraport und Bürgern gegen weiteren Ausbau, absolutes Nachtflugverbot,

 Betreuungsgarantie für Kinder bis zum 10. Lebensjahr mit guter Qualität ,

 Erhalt und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch Verbesserung rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen,

 Kultur -Landesfördermittel für Frankfurt Museumsufer auf hohem Niveau erhalten, den Paradieshof in Sachsenhausen verwirklichen.

 

Knut Dörfel (Linke)

Knut Dörfel (Linke):

Politische Schwerpunkte

Wirkungsvoller Schutz der Bevölkerung gegen gesundheitliche Belastung und Bedrohung und wirtschaftliche Schäden durch die Folgen des raumunverträglichen Flughafenausbaus.

 Mehr soziale Gerechtigkeit, eine Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik, die gegen zunehmende Armut und gegen Arbeitsverhältnisse gerichtet sind, in denen Menschen trotz Vollzeitarbeit von ihrem Einkommen nicht in Würde leben und für ihre Familie sorgen können.

 Ein gut finanziertes, leistungsfähiges inklusives Schul- und Bildungssystem, das für alle Kinder und Jugendliche gleichermaßen optimale Lern- und Bildungschancen bietet. Niemand darf ausgegrenzt oder gezwungen werden, die Schule zu wechseln.

Ziele für den Wahlkreis:

 Für meinen Wahlkreis will ich den Stopp des raumunverträglichen Flughafenausbaus, ein echtes Nachtflugverbot, Reduzierung der Flugbewegungen und die Schließung der neuen Landebahn.

Artikel vom 30.08.2013, 03:30 Uhr (letzte Änderung 31.08.2013, 22:35 Uhr)

Artikel: http://www.fnp.de/rhein-main/frankfurt/Das-wollen-die-Kandidaten-politisch-erreichen;art675,615888

© 2013 Frankfurter Neue Presse