13.07.2005
Wasserhofstraße: FDP gibt Zimmermann Zunder
Frankfurt. Die FDP-Fraktion im Römer hat sich gestern im Haupt- und Finanzausschuss mit einem Antrag gegen «ihren» Baudezernenten Franz Zimmermann gestellt. Anlass der Kontroverse ist die Kanalsanierung in der Wasserhofstraße (Oberrad). Während Zimmermann die von Anliegern geforderte Erneuerung des gesamten Kanals ablehnte und eine Teilsanierung sowie die punktuelle Behebung einiger Schäden für ausreichend erachtete, plädierte FDP-Fraktionschef Volker Stein für die komplette Sanierung. Es gebe immer wieder Probleme bei starkem Regen, sagte Stein.

Zimmermann betonte, eine TV-Inspektion habe ergeben, dass nicht der gesamte Kanal in der Wasserhofstraße erneuert werden müsse. Diese «überflüssige» Maßnahme würde 200 000 Euro kosten, die nicht im Haushalt eingeplant seien.

Norbert Scherlitz, Sprecher der Interessengemeinschaft der Anlieger, appellierte dagegen an die Ausschussmitglieder, das «Kanaldrama» in der Wasserhofstraße «nach 90 Jahren zu beenden». Der Kanal habe an einigen Stellen nur einen Durchmesser von 45 oder gar 30 Zentimetern und sei nicht in der Lage, starken Regen aufzunehmen. Bei jedem Gewitter müssten die Anlieger befürchten, dass Garagen und Keller voll laufen. Deshalb müsse die im April begonnene Sanierung nun den gesamten Kanal in der Straße umfassen.

Die Fraktionsvorsitzenden Uwe Becker (CDU) und Klaus Oesterling (SPD) folgten den Argumenten der Anlieger und signalisierten ihre Zustimmung zum FDP-Antrag. Er höre die Botschaft wohl, sagte Oesterling zu Zimmermann, aber es fehle ihm der Glaube. Endgültig entschieden wird zwar erst am Donnerstag, jedoch ist unwahrscheinlich, dass die Fraktionen in der Zwischenzeit ihre Meinung noch einmal ändern.

«Das passiert nicht so oft, und das sollte nicht so oft passieren», kommentierte Grünen-Fraktionschef Lutz Sikorski die ungewöhnliche Konfrontation zwischen den Liberalen - und Baudezernent Zimmermann nickte heftig mit dem Kopf. (jge)