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29.04.2011

Erst eine Ämterposse, dann das Nein zum Radweg

Yanki Pürsün Yanki Pürsün

Seit Jahren setzen sich die Mitglieder des für Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad zuständigen Ortsbeirats 5 für die Vervollständigung des bestehenden Radwegs zwischen Offenbach und Oberrad ein. Wie berichtet, fehlt zur Vervollständigung des Weges ein 30 Meter langes Teilstück in der Oberräder Wellengasse. Obwohl sich Anwohner und Ortbeiratsmitglieder im Herbst über die ausstehende Sanierung des maroden Weges beschwerten, konnte seinerzeit weder das Verkehrsdezernat noch das Stadtplanungsamt Auskunft über den Fortgang der ausstehenden Bauarbeiten geben.

Nun steht fest: Der Radweg wird nicht gebaut. Andernfalls müsse ein als schützenswert deklarierter Baum gefällt werden. Diese Auskunft lieferte der Magistrat im Zuge einer Anfrage, die Yanki Pürsün, damals noch FDP-Stadtverordneter, gestellt hatte. "Das Stadtplanungsamt sieht das Verkehrsdezernat in der Verantwortung, welches wiederum auf die Zuständigkeit des Amtes für Straßenbau und Erschließung verweist", moniert der Liberale in seiner Anfrage. Ursache des nicht unmöglichen Ausbaus seien aber nicht die von Pürsün unterstellten amtsinternen Kompetenzstreitigkeiten, sondern die Tatsache, dass "ein barrierefreier Anschluss an die Wehrstraße aufgrund eines" im Wege stehenden Baumes "nicht herstellbar" sei.

Zwar geht die Magistratsstellungnahme mit keinem Wort auf die wiederholte Forderung des Stadtteilparlaments nach einem zügigen Abschluss der für Ende 2010 geplanten Bauarbeiten ein. Doch dafür sehe die "abgeschlossene Planung zur Umgestaltung der westlichen Offenbacher Landstraße eine attraktivere, durchgängige Radverkehrsführung für beide Fahrtrichtungen vor", heißt es in der Stellungnahme des Magistrats.

Im Klartext bedeutet dies, dass die Ämter eine parallele Radverbindung nördlich der Offenbacher Landstraße inzwischen für "entbehrlich" halten. Ob die Ortsbeiratsmitglieder diese Einschätzung teilen, ist mehr als fraglich. Schließlich haben sich in der Vergangenheit gleich mehrere Parteien nach dem Fortgang des bereits beschlossenen Projekts erkundigt. mov