23.03.2011

Müll stinkt den Oberrädern

Yanki Pürsün und Norbert Scherlitz entdeckten den Müll bei einem Spaziergang. Foto: Seuffert Yanki Pürsün und Norbert Scherlitz entdeckten den Müll bei einem Spaziergang. Foto: Seuffert

Der rund 4000 Quadratmeter große Grünstreifen zwischen Gerbermühl- und Wehrstraße sieht schlimm aus: Unterhosen, Exkremente, Matratzen, Schlafsäcke, Müllbeutel, ja sogar Fahrräder und zu Bruch gegangene Fernseher sind quer über das schwer einsehbare Areal verstreut. Für Yanki Prüsün und Norbert Scherlitz (beide FDP) liegt der Verdacht nahe, dass Obdachlose die sich selbst überlassene Grünfläche als Nachtlager und Müllhalde nutzen.

Horst Nopens, Vorsitzender des Oberräder Bürgervereins, kann sich noch gut erinnern, dass die Liberalen im August 2010 das Gelände auf eigene Initiative säuberten. Jetzt sieht es dort aber schon wieder so aus, als wäre nichts geschehen.

Kontrollen gefordert



Nun verlangt auch Nopens, dass die Stadtpolizei das Areal regelmäßig kontrolliert. «Es ist ein Unding, dass solch ein Lager existiert. Man sollte dafür sorgen, dass das Gelände regelmäßig gepflegt und der Schandfleck beseitigt wird», fordert der Bürgervereinschef. Andernfalls bestehe gegebenenfalls Gefahr für arglose Spaziergänger.

Das Gelände ist in Eigentum des Straßenbauamts. Dessen stellvertretende Leiterin Heike Reiche bestätigt, dass sie «das Problem mit den Obdachlosen» im Blick habe. Diese kämen immer wieder zurück, sobald es wärmer werde, sagt Reiche und verweist auf das Grünflächenamt und die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES). Diese würden bei Bedarf mit dem Rückschnitt der Sträucher und der Entsorgung des Unrats beauftragt. Ein standardisierter Reinigungszyklus sei bis dato aber nicht vereinbart, erklärt die stellvertretende Amtsleiterin.

Brutschutz ist wichtig



Bernd Roser, der die Abteilung Grünflächenunterhaltung im Grünflächenamt leitet, erklärt, dass es stadtweit viele solcher wilden Flächen gebe, «die der Sukzession unterliegen.» Ein sofortiger Rückschnitt des vermüllten Areals sei wegen des Brutschutzes derzeit nicht möglich. Die Beseitigung von illegalen Zeltplätzen sei zudem nicht als mögliche Verkehrssicherungsmaßnahme anzusehen, argumentiert Roser.

Doch genau das fordert Yanki Pürsün. «Wenn die Hecken weg wären, würde man das Lager vom Deutscherrnufer aus sehen können und somit auch die kampierenden Menschen», ist Pürsün überzeugt. Angesichts der vertrackten Situation ist Peter Postleb, der Leiter der Stabstelle Sauberes Frankfurt, bereit, für Abhilfe zu sorgen. Er werde mit den entsprechenden Ämtern sprechen und die FES bitten, die Müllberge zu entsorgen. Zudem müsse man mit dem Grünflächenamt reden. «Kontrollen durch die Stadtpolizei kann ich jetzt schon zusichern. Dadurch kann man zwar verhindern, dass sich dort Obdachlose ansiedeln, nicht aber, dass jemand seinen Kofferraum ausleert», mahnt Postleb.

Unterdessen ist auch das Ordnungsamt aufmerksam geworden. So verspricht dessen Sprecher Ralph Rohr auf FNP-Anfrage, dass die Stadtpolizei die Grünfläche fortan regelmäßig kontrollieren werde, um der Sache nachzugehen. Die Stadtpolizei habe bereits im vergangenen Jahr eine Gruppe Osteuropäer von dem Gelände vertrieben, sagt Norbert Scherlitz und moniert, dass die Kontrollen irgendwann eingestellt worden seien. Bleibt zu hoffen, dass das dieses Mal nicht passiert. mov