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07.07.2010

Illegales Zeltlager geräumt

Bei einer Müllsammelaktion wurden diese Zelte entdeckt. Inzwischen sind sie entfernt.

Die Zahl der Obdachlosen in Frankfurt kann nur geschätzt werden, mehrere Hundert Menschen sind gemeldet. Hinzu kommen Wohnsitzlose, die sich in Grünanlagen und Parks verstecken. Ein illegales Lager hat die Stadt am Bahndamm in Oberrad jetzt geräumt.

Oberrad. Bei ihrer Reinigungstour entlang des Bahndamms in Oberrad machte die FDP-Ortsgemeinschaft 5 (Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad) am Samstag eine Entdeckung: Zelte, in denen offensichtlich Menschen leben. Doch auf die Meldung hat die Stadt schnell reagiert. «Die zwei Zeltlager haben wir noch am Montagabend entfernt», berichtet Volker Stein (FDP), Dezernent für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz.

Versteckt hinter hohen Büschen und nur wenige Meter vom Bahndamm entfernt, hatten die Liberalen die Zelte beim Müllsammeln entdeckt. Die Polizei suchte die illegale Bleibe daraufhin am Montag drei Mal auf, wobei sie insgesamt sechs Männer und eine Frau vorfand. «Die Personen wurden in das Obdachlosenheim im Ostpark gebracht», erklärt Stein. Warum die sieben Menschen, allesamt aus der Slowakei, wild zelteten, ist nicht bekannt. Keiner von ihnen sei jedoch bisher kriminalistisch aufgefallen.

Hecken schneiden



Das Grundstück zwischen Bahndamm und Gerbermühlstraße gehört dem Straßenbauamt. Daher sei die Stadt als Eigentümerin verantwortlich für die Räumung. «Den Müll haben wir gleich mit entsorgt, schwieriger ist es da um die Fäkalien bestellt», erklärt Volker Stein. Die FDP-Ortsgemeinschaft ist jedenfalls froh über die schnelle Räumung, fordert die Stadt aber auf, die Büsche herunter zu schneiden, um den Sichtschutz zu nehmen und so weitere Ansiedlungen dort zu verhindern.

Bei der Müllsammelaktion am vergangenen Samstag (wir berichteten) hatte das Vorstandsteam der FDP-Ortsgemeinschaft 5 zahlreiche Abfallsäcke gefüllt, unter anderem mit Kinderwagen, Schuhen, Kanistern, Matratzen, Kleidung, Dachpappe, Fliesen, Schlafsäcken, Tabletten und Schnapsflaschen. Die FES, die für die Aktion Tüten und Greifzangen bereit stellte, hatte noch am selben Tag nach dem WM-Fußballspiel den Unrat abgeholt.

Wo die Menschen, die in den Zelten aufgegriffen wurden, künftig wohnen können, ist ungewiss, denn im Obdachlosenheim dürften sie nur eine Nacht bleiben. «Da es sich bei den Slowaken um EU-Mitglieder handelt, ist der Fall nicht einfach», meint Stein. So könnten sie zwar in Deutschland bleiben, doch es müsste eine Unterkunft für sie gefunden werden.

Reisepass entdeckt



Der Bürgerverein Oberrad plant indes einen Ortstermin mit der Polizei, um den Sicherheitsaspekt für die Bürger zu klären. Ganz im Sinne der FDP: «Wir haben am Samstag einen Reisepass gefunden, da macht man sich schon Sorgen, hinter dem nächsten Busch eine Leiche zu finden.» Den Liberalen ist es daher nicht nur wegen des Mülls ein Anliegen, dass die Stadt die Büsche herunter schneidet, sondern auch aus Sicherheitsgründen. sum