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05.07.2010

FDP will mit der Aktion ein Zeichen setzen

Da ist was zusammengekommen. Die Hitze hielt die FDP-Mitglieder nicht davon ab, beim Einsammeln von Abfall richtig anzupacken. Foto: Rüffer Da ist was zusammengekommen. Die Hitze hielt die FDP-Mitglieder nicht davon ab, beim Einsammeln von Abfall richtig anzupacken. Foto: Rüffer

Die Verschmutzung des Oberräder Grüngürtels ist der Ortsgemeinschaft 5 der FDP schon länger ein Dorn im Auge. Am Samstag traf sich das Vorstandsteam, um Müll und Unrat rund um den Bahndamm einzusammeln – und die Abfallsäcke füllten sich schnell.

Oberrad. Kornelia Ahr-Wiehe, Vorsitzende der Oberräder FDP-Ortsgemeinschaft, begründet die Säuberungsaktion. «Von der S-Bahn aus sieht man, was hier an Hausmüll herum liegt, daher dachten wir, dass jetzt was passieren muss.» Alles, was sich an Müll im Haushalt ansammele, können man hier finden. Gemeinsam mit ihrem Vorstandsteam beschloss sie, selbst Hand anzulegen, den rund 4000 Quadratmeter großen Abschnitt zwischen Gerbermühl- und Wehrstraße sowie rund um den Bahndamm der S-Bahnlinie zu säubern.

«Eine Initialveranstaltung, keine einmalige Aktion», betont Norbert-Karl Scherlitz. Keine leichte Arbeit, die sich die Oberräder am Samstagvormittag vorgenommen hatten. Bei Temperaturen über 30 Grad gehören neben Greifzangen und Müllsäcken, welche die FES zur Verfügung gestellt hatte, Kästen mit Mineralwasser zur Ausstattung. «Mal schauen, wie lange wir bei der Hitze durchhalten, aber wenigstens zwei Stunden haben wir uns vorgenommen», sagt Dolores Anton.

Und dass sich die Mühe gelohnt hat, zeigt der Müllhaufen an der Sammelstelle: Kinderwagen, Schuhe, Kunststoffkanister, Matratzen, Kleidung, Papiere, Dachpappe, Fliesen, Schlafsäcke, Tabletten und Schnapsflaschen. «Hier wird ohne Sinn und Verstand weggeworfen», ärgert sich Kornelia Ahr-Wiehe. «Sogar ein ganzes Brot habe ich gefunden – wer wirft denn so was weg?», fragt sie sich. Zudem liege der Abfall an manchen Stellen direkt neben leeren Mülleimern.

Auch Sondermüll, wie beispielsweise Batterien, findet der Suchtrupp in den Büschen zwischen Wehrstraße und Bahndamm. «Das Umweltbewusstsein der Bürger muss wachsen, aber auch die Eigenverantwortung», betont Scherlitz. «Viele ärgern sich zwar über die Massen an Unrat, aber eben nur im stillen Kämmerlein.»

Dabei könne jeder bei der Stadt anrufen, um die FES zu informieren – mit der neuen Servicenummer 115 gebe es keine Ausrede mehr und Sperrmüll könne man jederzeit kostenlos beim Kofferraumservice abgeben oder abholen lassen. Scherlitz wundert sich, dass die vor Jahren ins Leben gerufene «Rote-Karten»-Initiative der Stadt, bei der Geldstrafen für das Wegwerfen von Zigarettenkippen und anderem festgelegt wurden, bislang so wenig Früchte getragen habe.

Für die Premiere der Müllsammel-Aktion hatte der Vorstand der Ortsgemeinschaft 5 bewusst noch keine Bürger eingeladen. «Wir wollten selber etwas tun. Außerdem ist es hier entlang der Bahnstrecke auch nicht ungefährlich», betont Yanki Pürsün. Die FES hatte das Einsammeln der Müllbeutel zugesagt. Wann und wo die nächste Aktion starten soll, ist noch nicht bekannt. sum