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31.12.2009

Dieser SB-Markt schmeckt dem ganzen Ort

Aus REWE wurde „smart“. Die Eckenheimer freuen sich über den Laden, der Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigungsmöglichkeit vermittelt. Foto: mwe Aus REWE wurde «smart». Die Eckenheimer freuen sich über den Laden, der Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigungsmöglichkeit vermittelt. Foto: mwe

Der Verein «Werkstatt Frankfurt» und die Wirtschaftsförderung prüfen zurzeit, ob Versorgungsmängel auch in anderen Stadtteilen bestehen. Beste Voraussetzung für weitere «smart»-Läden.

Eckenheim. Der «smart»-Markt in Eckenheim ist ein Volltreffer. So sieht es der Frankfurter Magistrat. Er berichtet auf Wunsch der FDP-Stadtverordnetenfraktion über erste Erfahrungen mit dem Projekt, das, wie berichtet, Ende März losging. Bei den Beschäftigten handelt es sich vor allem um Langzeitarbeitslose, die auf dem Arbeitsmarkt nur noch schlechte Vermittlungschancen haben. Betreiberin des Projektes ist der gemeinnützige Verein «Werkstatt Frankfurt». Er geht davon aus, dass die Beschäftigten durch den Einsatz wieder bessere Möglichkeiten für eine neue Anstellung erhalten.

Der smart-Supermarkt in der Porthstraße hat montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die Nahversorgung in Eckenheim war laut Magistrat so schlecht, dass der Ortsbeirat 10 die Eröffnung eines Lebensmittelmarktes durch die «Werkstatt Frankfurt» angeregt hatte.

Der Verein und die «Wirtschaftsförderung Frankfurt» prüfen zurzeit, ob Versorgungsmängel auch in anderen Stadtteilen bestehen. Der Magistrat möchte mit der Unterstützung dieses Projektes zum einen die Versorgung mit Lebensmitteln verbessern und zum anderen die Vermittelbarkeit der Mitarbeiter verbessern. Für eine abschließende Bewertung des zweiten Ziels sei es aber noch zu früh.

Im laufenden Betrieb trägt sich der «smart»-Markt durch die Einnahmen, die erzielt werden, selber. Dies sei möglich, weil mit Hilfe der Arbeitsmarktförderung ein hoher Anteil der Lohnkosten getragen werde. «Die Entscheidung für Eckenheim wurde vor allem aufgrund der Bedarfsmeldung des Ortsbeirates getroffen», erinnert der Magistrat. Der Bedarf sei durch den Markt-Partner REWE bestätigt worden.

Die Stadtverwaltung legt Wert auf die Feststellung, dass keines der Produkte, die angeboten werden, bei einem anderen Einzelhändler im Umfeld von weniger als 700 Metern erhältlich seien. «Sobald sich dies ändert, wird das Sortiment des Marktes entsprechend reduziert.» Das Projekt zielt auch darauf, ehemals Langzeitarbeitslosen den Abschluss einer Berufsausbildung zu ermöglichen. Daneben sollen Stadtteile ohne wohnortnahe Lebensmittelversorgung aufgewertet werden. Zu diesem Zweck hat das Sozialdezernat 150 000 Euro als Anschubfinanzierung bereitgestellt. Allen Beteiligten ist wichtig zu betonen, dass keine Konkurrenz zu anderen Anbietern aufgebaut werden soll.

Für die Basisqualifikation erhielten die Mitarbeiter ein Betriebspraktikum bei der REWE-Handelsgruppe. Diese hatte ihren HL-Supermarkt an gleicher Stelle geschlossen, weil sie der Standort nicht ausgezahlt habe, begründete das Unternehmen mit Sitz in Köln. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) hofft, dass aus dem Eckenheimer Projekt ein Modell erwachse, das auf weitere brachliegende Supermärkte im Stadtgebiet ausgeweitet werden könne. pem