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02.12.2009

S-Bahn-Station abgelehnt

Direkt an der Bahnunterführung in der Wehrstraße sollte die S-Bahn-Station errichtet werden. Daraus wird wohl nichts. Direkt an der Bahnunterführung in der Wehrstraße sollte die S-Bahn-Station errichtet werden. Daraus wird wohl nichts.

Die S-Bahn wird auch künftig ohne Stopp an Oberrad vorbeifahren. Der Verkehrsausschuss im Römer lehnte es gestern Abend ab, eine neue Station zu bauen.

Oberrad. Eine Bürgerinitiative macht sich dafür stark, und auch die FDP wirbt seit Wochen für den Bau einer neuen S-Bahn-Station in Oberrad. «Die Bürger sollten endlich die Möglichkeit bekommen, selbst zu entscheiden, welches Verkehrsmittel sie bevorzugt nutzen möchten», argumentieren die Liberalen. Doch der Vorschlag wird nicht einmal geprüft; CDU, Grüne und SPD lehnten den FDP-Antrag ab.

Helmut Heuser, verkehrspolitischer Sprecher der CDU, argumentierte vehement gegen die S-Bahn-Station, bezeichnete den FDP-Vorschlag als «verkehrspolitischen Unsinn». Es sei absurd, eine S-Bahn-Station einzurichten, für die man aber einen Zubringerbus brauche, weil sie zu weit entfernt liege. «Woher sollen die zusätzlichen Fahrgäste kommen?» Heuser wies darauf hin, dass die S-Bahn-Station Mühlberg von Oberrad innerhalb weniger Minuten mit der Straßenbahn zu erreichen sei. Ein zusätzlicher Halt sei überflüssig.

«Wir wollen doch nur, dass die S-Bahn, die sowieso dort fährt, auch hält», erwiderte Annette Rinn (FDP). «Die Straßenbahn ist sehr störanfällig.» Mit dem zusätzlichen Angebot könnten Autofahrer zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegt werden.

«Wie befürchten, dass die S-Bahn der Straßenbahn Fahrgäste wegnehmen würde», begründete Klaus Oesterling (SPD) seine Ablehnung der neuen Station. Udo Mack (Linke) sieht dagegen in der S-Bahn eine Ergänzung.

Mit großer Mehrheit beschlossen wurde eine von CDU und Grünen beantragte Ringbuslinie, um das südliche Oberrad zu erschließen. Schon in einem Jahr soll der Betrieb aufgenommen werden, die Kosten stehen noch nicht fest. Auch die SPD stimmte zu, obwohl die Linie nach Ansicht von Fraktionschef Oesterling in erster Linie dazu dient, die Bevölkerung in Oberrad zu beruhigen.

Geprüft wird der FDP-Vorschlag zur Verkehrsberuhigung in der westlichen Offenbacher Landstraße. Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Grüne) sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. Mehrere Geschwindigkeitsmessungen in diesem Jahr hätten keine ungewöhnlich hohe Quote an Temposündern ergeben. Als Spitzenwert seien allerdings 87 km/h gemessen worden.

In den nächsten Tagen werde für mehrere Wochen eine Tafel aufgestellt, die den Autofahrern die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. mu


(cached version 2009-12-02 20:15:35, next update: 20:35:35)