09.03.2006
Kekse und Kondome
Frankfurt. Wäre die gute Laune ausschlaggebend, so hätte die FDP bei der Kommunalwahl am 26. März glänzende Perspektiven. Gut zwei Stunden fuhren die Kandidaten für Römerparlament und Ortsbeiräte gestern mit dem «Ebbelwei-Expreß» durch die Stadt, frotzelten und übertrafen sich gegenseitig mit optimistischen Prognosen. Zweistellig wolle die FDP werden, erklärte Fraktionschef Volker Stein, und präsentierte zusammen mit dem Parteivorsitzenden Dirk Pfeil das letzte große Plakat in diesem Wahlkampf. Dessen Aufschrift: «Schwarz nimmt Ihnen das ab, was Rot Ihnen auch nicht gelassen hätte.» Was nicht nur eine Absage an die Große Koalition in Berlin sein soll, sondern auch eine an eine mögliche Zusammenarbeit von CDU und SPD im Römer.

Großzügig verteilten die Liberalen im «Ebbelwei-Expreß» Wahlgeschenke: Der Landwirt Georg Diehl versorgte die Fahrgäste mit kleinen Gelbwürsten als Nahrungsergänzung zu den Getränken, der Jungliberale Christoph Schnurr verschenkte am Weltfrauentag Kondome in gelben Päckchen mit dem Aufdruck: «Wer, wenn nicht ich!», und Hannelore Otto brachte Schokolade-Kekse mit, die angeblich gegen die wachsende Nervosität angesichts des nahenden Wahltermins helfen sollen.

Wie die politische Konkurrenz, so widmet sich auch die FDP in diesen Tagen bevorzugt der Spekulation darüber, wer mit wem nach dem 26. März koalieren könnte. Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün gelten als favorisierte Kombinationen, aber so ganz haben die Liberalen auch noch nicht die Hoffnung aufgeben, dass es knapp zu einem bürgerlichen Bündnis mit der CDU reichen könnte. (jge)