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19.01.2009

Die Liberalen feierten sich als Sieger

Frankfurt. So sehen Sieger aus. Diese Hymne ist oft zu hören im Presseclub. Dort feiert die FDP ihren Erfolg. «Drei, zwei, eins, null», zählt Kandidat Stephan Freiherr von Wangenheim vor der ersten Hochrechnung mit. Dann, 18 Uhr, sendet das ZDF seine Zahlen. SPD 23,5 Prozent, FDP 17 Prozent: «Wahnsinn, das gibt’s doch nicht!» Georg Diehl reißt die Arme hoch. Der Landwirt scherzt im Jubel: «Die SPD ist auf Augenhöhe.»


Eine kraftstrotzende FDP feiert sich und ihren Erfolg. «Wir haben hart dafür gearbeitet», heißt es auf der Wahlparty. Auch für Spott und Hohn sind die Sieger zu haben. Etwa, als Andrea Ypsilanti auf dem Fernsehbildschirm erscheint und ihren Rücktritt verkündet. «Bravo!» Applaus brandet auf. Diehl singt wieder: «So sehen Looser aus!»


Das Gedränge vor den beiden Fernsehgeräten im Presseclub ist unglaublich. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Jachim Otto zieht Hans-Christian Mick zu sich. «Du hast es geschafft!» Er tätschelt dem Juli-Kreisvorsitzenden die Wange. Er wird der vielleicht jüngste Abgeordneten im neuen Landtag. Denn Mick (28) hat Listenplatz 17, und wahrscheinlich, so die Rechnung um kurz nach 18 Uhr, erzielt die FDP 22 Abgeordnete. Mick wird später bei einem Bier zuversichtlich sein: «Das schaffe ich schon, Landtagsmandat und Promotion unter einen Hut zu bringen.»


Für Yanki Pürsün wird der Abend noch lang. Könnte er es schaffen, als dritter Frankfurter Liberaler in den Landtag einzuziehen? Wohl nicht. Pürsün steht auf Listenplatz 23, die FDP ist jedoch mit weniger Sitzen im Landtag vertreten. Pürsün ist Nachrücker, falls jemand ausfällt. «Da kann sich was ergeben, eine Wahlperiode dauert ja fünf Jahre», so Pürsün.


Seinen dann frei werdenden Stuhl in der Stadtverordnetenversammlung würde Wangenheim einnehmen. «Darauf freue ich mich schon», versichert er.


Vor einem Jahr fieberte Elke Tafel noch auf der SPD-Party. Jetzt schwebt sie bei der FDP durch den Raum. Die Stadtverordnete, verheiratet mit dem liberalen Ordnungsdezernenten Volker Stein, hat ihre Partei verlassen und ist in die FDP eingetreten. Heimisch muss sie erst noch werden.


Dimitrios Gotsis, Steuerassistent und Wahlkämpfer, sitzt am Tresen und nippt am Bier. Es ist spät geworden, der Presseclub leert sich. Gotsis hat die gute Stimmung für die FDP schon am Stand gespürt. «Sonst sind wir beschimpft worden. Diesmal hörten uns sogar Rentner und Arbeitnehmer zu.» tjs


(cached version 2009-01-24 13:43:19, next update: 14:03:19)