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15.01.2009

Westerwelle freut sich über Petra Roth

Jörg-Uwe Hahn, Westerwelle Jörg-Uwe Hahn, Westerwelle

Frankfurt. Als Guido Westerwelle gestern Abend im Römer Petra Roth sah, war der FDP-Chef mit Frankfurt wieder versöhnt. Denn das Stadtoberhaupt trug ein gelbes Kostüm – eine der Farben der FDP. «Sie in Gelb, ich in Schwarz, das passt doch.» Die Koalitionsverhandlungen hatten begonnen.


Zuvor hatte Westerwelle nicht den besten Eindruck von Frankfurt bekommen. Zwar landete seine Lufthansa-Maschine am Abend pünktlich am Flughafen, doch seine Limousine kam wegen der Demonstrationen nicht bis zum Römer durch, wo er beim Neujahrsempfang der FDP-Fraktion sprechen sollte. Den letzten Kilometer ging Westerwelle zu Fuß.


800 Gäste mussten mit Landeschef Jörg-Uwe Hahn als «Pausenfüller» vorlieb nehmen. Der Spitzenkandidat der hessischen Liberalen nutzte die Gelegenheit, redete sie warm – und hörte auch nicht auf, als Westerwelle endlich eingetroffen war. Hahn erklärte, mit einer Beteiligung an der Landesregierung hätte die FDP eine «Schlüsselposition im Bundesrat». Dann könnte die Große Koalition ihre Gesetze dort nicht mehr einfach durchwinken. Allerdings werde seine Partei in der Länderkammer nicht auf Blockade setzen, sondern den Konsens suchen.


Hahn bezeichnete den Ausbau des Flughafens und das geplante Kohlekraftwerk am Main bei Großkrotzenburg als «Konjunkturprogramm, das den Steuerzahler nichts kostet». Dabei würden insgesamt 5,6 Milliarden Euro investiert, durch die staatlichen Konjunkturprogramme flössen dagegen «nur» 1,7 Milliarden Euro nach Hessen.


Star des Abends war aber Westerwelle, der im Ratskeller mit donnerndem Applaus empfangen wurde. Er wandte sich gegen aktuelle Tendenzen zur «bürokratischen Staatswirtschaft», forderte Steuersenkungen und eine Stärkung des Mittelstandes.


Eindringlich warnte er vor einem «Linksrutsch» bei der Landtagswahl. «Deutschland schaut auf Hessen», sagte der FDP-Chef. Den von den Linken propagierten «demokratischen Sozialismus» könne es ebenso wenig geben wie einen «vegetarischen Schlachthof».


Westerwelle erzählte Anekdoten, hatte die Lacher auf seiner Seite. Dennoch hatte er offenbar Zweifel, ob sich alle Gäste des Neujahrsempfangs am Sonntag in der Wahlkabine für die Liberalen entscheiden. «Wählen Sie FDP», forderte er sie auf. «Es sieht ja keiner.» mu


(cached version 2009-01-15 22:43:15, next update: 23:03:15)