03.01.2008
Süden: Der Fluglärm ist das Thema Nummer 1
Frankfurt. Die Plakate der Parteien waren schon vor Weihnachten nicht zu übersehen, doch die heiße Phase des Landtagswahlkampfes beginnt erst jetzt. In Frankfurt ist die Lage kompliziert: Es gibt sechs Wahlkreise, in denen bis zu elf Direktkandidaten antreten. Da kann man als Wähler leicht den Überblick verlieren. Deshalb hat die FNP den Kandidaten der im Landtag vertretenen Parteien (CDU, SPD, Grüne und FDP) jeweils zehn Fragen gestellt – politische, persönliche und witzige. Die Antworten lesen Sie in den kommenden Wochen bis zur Wahl.

Den Anfang macht der Wahlkreis 37, der aus sämtlichen Stadtteilen südlich des Mains gebildet wird. Er umfasst ein Drittel des Stadtgebiets (83 Quadratkilometer) und ist damit der größte Frankfurter Wahlkreis. Fast die Hälfte der Fläche besteht aber aus Wald und Feldern.

Zum Wahlkreis zählt auch der Flughafen. Dort gibt es zwar kaum Wahlberechtigte, aber dennoch ist Hessens größte Arbeitsstätte von zentraler Bedeutung für die politische Debatte im Süden. Der aktuelle Planfeststellungsbeschluss zum Bau einer neuen Landebahn dürfte gerade in den vom Fluglärm geplagten Stadtteilen Sachsenhausen und Oberrad eine große Rolle bei der Wahlentscheidung spielen. Vor fünf Jahren hatten hier die Flughafenausbaugegner, die dieses Mal nicht mehr antreten, ihre besten Ergebnisse.

Auf der anderen Seite erhielten 2003 im Süden auch die klaren Ausbaubefürworter CDU und FDP überdurchschnittlich viele Stimmen. Die CDU kam auf 43,2 Prozent, die FDP auf 9,6 Prozent. Dagegen erzielte die SPD im Wahlkreis mit 23 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis der ganzen Stadt. Die Grünen lagen mit 17 Prozent im Frankfurter Durchschnitt. Den Kampf um das Direktmandat gewann CDU-Kandidat Michael Boddenberg (48,3 Prozent) deutlich gegen die ausbaukritische Elke Tafel (28,7 Prozent). Damit es zu einem Wechsel kommt, müsste die diesjährige SPD-Kandidatin Petra Tursky-Hartmann fast 20 Prozentpunkte aufholen. Die Kandidatin der Grünen, Sarah Sorge, kam vor fünf Jahren zwar auf ein überdurchschnittliches Ergebnis von 16,3 Prozent, hat aber ebenso wie Yanki Pürsün von der FDP kaum Chancen auf das Direktmandat.

Insgesamt geht es den 106 000 Bewohnern zwischen Oberrad und Schwanheim vergleichsweise gut. Die Arbeitslosenquote ist unterdurchschnittlich, jeder Einwohner hat im Schnitt 39,4 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Das Spektrum der Quartiere reicht von den dichten Gründerzeit-Vierteln Sachsenhausen über dörfliche Ecken in Oberrad und Schwanheim bis zu den Luxus-Villen am Lerchesberg. Durch Neubauten, vor allem im Deutschherrnviertel, sind seit 2004 mehr als 1000 neue Wohnungen hinzu gekommen. (mu)