21.09.2007
Heroinprojekt: Appell an CDU und CSU
Frankfurt. Die Expertenanhörung des Bundestages zur kontrollierten Heroinabgabe an Schwerstabhängige hat nach Ansicht der Mitglieder des Sozial- und Gesundheitsausschusses gezeigt, dass einer gesetzlichen Regelung keine Gründe mehr entgegenstehen. Die Anhörung, zu der neben Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) und dem Ausschussvorsitzenden Rudi Baumgärtner (SPD) eine zwölfköpfige Delegation nach Berlin gereist war, habe die Frankfurter Position klar bestätigt, erklärten die Stadtverordneten Renate Wolter-Brandecker (SPD) und Rainer Rahn (FAG). Hildegard Burkert (CDU) sprach von einer „eindrucksvollen Ernsthaftigkeit“ der Beiträge von Experten aus den am Modellprojekt beteiligten Städten.

Der Leitende Arzt der Frankfurter Heroinambulanz, Wilfried Köhler, der auch als Sachverständiger gehört wurde, nannte es „beeindruckend“, wie einmütigen alle, die mit den betroffenen Süchtigen zu tun hatten, für die Fortsetzung des Projekts kämpften. In Frankfurt werden momentan 57 Personen mit Diamorphin behandelt.

Yanki Pürsün (FDP) sagte nach der Anhörung, nur wenige verschlössen sich dem drängenden Problem. Vom Widerstand der Krankenkassen enttäuscht zeigte sich Ursula Gauls (CDU). Hans-Joachim Viehl (Linke) hob hervor, dass die Ängste vor einer Ausweitung des Drogenkonsums unbegründet seien. Die Grünen-Stadtverordneten Ulrike Gauderer und Sylvia Mommsen erklärten, nach dieser Anhörung könne die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag zeigen, ob sie den Mut zu einer fachlich richtigen Entscheidung habe. (jge)