31.08.2007
Neuen Standort für Kletterpark suchen
Niederrad. „Projekt und Standort müssen zusammenpassen“: Das sagt Yanki Pürsün, der sicherheitspolitische Sprecher der Frankfurter FDP-Stadtverordnetenfraktion, der selbst in Niederrad wohnt, zum inzwischen gescheiterten Plan, im Carl-von-Weinberg-Park einen Hochseilgarten zu errichten (wir berichteten). „Es wäre wünschenswert, wenn für eine solche Sportanlage ein anderer Standort in Frankfurt gefunden werden könnte – am besten auch weiter weg von Offenbach, das schon einen Kletterpark vorweisen kann.“

Pürsün hat Verständnis für die Bedenken, die in der Bürgerfragestunde des zuständigen Ortsbeirats geäußert worden sind, sieht aber Bedarf für weitere Spiel- und Sportstätten in anderen Stadtteilen. „Es muss nicht unbedingt ein ruhiger Park sein, den die Stadt einer großherzigen Stiftung verdankt – in Frankfurt bieten sich viele andere Standorte an. Warum sollten nicht engagierte Bürger selbst Vorschläge machen, die dann auf ihre Eignung geprüft werden?“ Pürsün hofft, dass die Fun Forest GmbH, die das Projekt vorgestellt hat und betreiben wollte, sich durch die ablehnende Haltung in Niederrad nicht entmutigen lasse und auch andere Angebote im Raum Frankfurt prüfe.

Die Initiative gegen den Kletterpark im Carl-von-Weinberg-Park wehrt sich indessen gegen die Aussage von Umweltdezernentin Manuela Rottmann, die Mitglieder hätten ein Projekt vereitelt, dass den Kindern und Erwachsenen der Stadt neue Erfahrungen vermittelt hätte. „Wir haben uns nie gegen das Klettern als solches, sondern nur gegen den Standort im Carl-von-Weinberg-Park ausgesprochen“, betont die Initiative. Die Niederräder, die sich dort zusammen geschlossen haben, fürchteten, dass der Klettergarten noch mehr Menschen und Lärm ins Viertel bringe, sahen das Naherholungsgebiet zerstört und erinnerten an die historische Bedeutung des Parks. Das Projekt hätte Tieren und Pflanzen die Existenzgrundlage genommen.

„Wir haben uns zugunsten alternativer Standorte geäußert und hätten diese auch begrüßt, wenn sie den Anforderungen entsprechen würden“, erklärt die Initiative weiter. „Zudem sind wir der Ansicht, dass es bereits eine ausreichende Zahl von Kletterparks in unserer Region gibt, die Möglichkeiten zum Klettern bieten.“ Dazu zählten Offenbach, Friedrichsdorf, Kelkheim und Wiesbaden.

Mitglieder und Freunde der Niederräder Initiative haben derweil die Absicht erklärt, ihre Energien nun zum Nutzen des Parks zur Verfügung zu stellen. In welcher Form das sein wird, stehe noch nicht fest und soll in Kürze bekannt gegeben werden. (fnp)