01.02.2006
Weiter Chaos in Frankfurts Job-Centern
Frankfurt. Auch Monate nach Einführung der Hartz-IV-Gesetze beklagen sich Arbeitsloseninitiativen weiterhin über Organisationschaos und fehlendes Personal in Frankfurts Job-Centern. Den vier Arbeitslosen, die sich im vergangenen Jahr wegen unzureichender Betreuung an die FNP gewendet haben (Bericht vom 6. 12. 2005), wurde bisher nicht geholfen.

Michael Eismann, Sozialarbeiter bei der «Hilfe im Nordend», erklärte gestern, der stellvertretende Geschäftsführer der Job-Center, Lutz Klein, habe sich bei den Betroffenen zwar einmal telefonisch gemeldet. «Die Fälle wurden dann aber nicht weiter verfolgt. Wir hatten alle das Gefühl, dass man sich vor den Telefonaten überhaupt nicht über die Arbeitslosen informiert hat.» Einer der Hartz-IV-Empfänger sei zu einem persönlichen Gespräch geladen worden, aber auch hier habe der Fallmanager keine weitere Hilfestellung geleistet.

Eismann führt jede Woche mit zehn bis zwölf Arbeitslosen Beratungsgespräche. «In den Job-Centern hat sich nichts geändert. Erst gestern kam eine Person zu mir, der die Hartz-IV-Bezüge schon vor Monaten unberechtigterweise gestrichen wurden. Dieser Mann muss jetzt von seinen Ersparnissen leben.» Nachdem der Antragsteller erneut Ansprüche geltend gemacht habe, sei das Formular bei dem zuständigen Fallmanager verschwunden.

Auf Druck von CDU, Grünen und FDP hatte die Rhein Main Jobcenter GmbH im Dezember versprochen, 45 weitere persönliche Ansprechpartner (PAP) einzustellen. (pcb)