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30.06.2010

Jetzt können Kinder endlich kicken

Im Mainfeld gibt es einen neuen Bolzplatz. Kinder und Anwohner finden es gut, dass es ihn gibt, manche hätten sich aber ein bisschen mehr gewünscht.

Niederrad. Wo sich einst ein verlassener Spielplatz befand, ein großer Sandkasten, ein defektes Karussell und eine einsame Schaukel, da ist ein neuer Bolzplatz entstanden. Ein großes Fußballfeld mit sandigem Boden, zwei großen Toren und einer Tribüne mit Steinplatten. Auf dem Gelände neben dem Jugendtreff im Mainfeld spielen schon die ersten Kinder und Jugendlichen. Insgesamt 30 000 Euro hat der Bau gekostet, finanziert wurde er über das Projekt «Soziale Stadt». Damit erfüllte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld, die den Bolzplatz eröffnete, nach zwei Jahren den großen Wunsch des Jugendtreffs.

«Ich freu mich, dass ich hier Fußball spielen kann», sagt die sechsjährige Beyza. Sie und ihre Mutter Gülhanem Gül sind auf den drei Spielplätzen im Quartier Stammgäste. «Jetzt fehlt nur noch ein kleines Schwimmbad», lachen sie. Das findet auch Talha (13), doch im Moment reicht ihm der Platz. Seit drei Jahren spielt er Fußball im Verein und kann seinem Hobby nun auch vor der Haustüre nachgehen. «Ich freue mich, denn der Platz ist echt gut geworden», sagt er. «Ich finde es auch toll, dass wir richtige Tore mit Netzen haben.»

Jugendliche halfen mit



«Für den Bau haben wir weitgehend auf den Einsatz von Maschinen verzichtet», sagt Quartiersmanager Friedrich Berndt. Er arbeitet für die Caritas, die die Bauherrenschaft des Platzes übernommen hat. «Zehn Jugendliche haben gegen ein Taschengeld mitgearbeitet.» Einer von ihnen ist Omar (15). Er hat sieben Euro die Stunde beim Bauen des Platzes verdienen können. «Mir hat die Knochenarbeit nichts ausgemacht, schließlich gab es Geld», sagt er ganz offen.

Mit dem Ergebnis ist er bedingt zufrieden. «Wir haben alle mehr erwartet», sagt er. «Jahrelang hat man uns alles Mögliche versprochen, da war von Kunstrasen die Rede.» Jetzt besteht der Fußballplatz aus einem Sand-Quadrat ohne Zaun, obwohl dieser wichtig wäre, damit die Bälle nicht immer fort rollten. «Ein paar Pflöcke und ein Netz würden schon reichen», sagt er. «Aber der Platz hier ist wenigstens etwas.»

Kleinste Lösung



So sieht das auch Kai Lotz, Leiter des Jugendtreffs. «Das war die kleinste Lösung, die wir umsetzen konnten», sagt er. Da geplant sei, das Mainfeld großflächig umzugestalten, hätten sie einige Abstriche machen müssen. «Eigentlich haben wir uns einen Aktivspielplatz gewünscht, mit Fitnessgeräten für draußen und einem Klettergerüst», sagt er. «Das ist dann aber schnell in einer Schublade verschwunden, doch wir werden am Ball bleiben.» Der Bolzplatz sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, schließlich habe es jahrelang nichts für die Jugendlichen im Quartier gegeben. 2005 entstand erst der Jugendtreff.

Der neue Platz kann nun auch als Außengelände für die Einrichtung fungieren. Bedarf gebe es genug. «Wir betreuen Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren», sagt der Leiter. «Im Sommer besuchen uns im Schnitt 20, im Winter ungefähr doppelt so viele.» nis