Keine weitere Station in Oberrad
Verkehrsausschuss lehnt FDP-Antrag zur S-Bahn ab

Die FDP ist mit ihren Plänen, in Oberrad eine neue S-Bahn-Station einzurichten, gescheitert. Im Verkehrsausschuss der Stadtverordnetenversammlung wurde gestern Abend ein Antrag der Liberalen, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) möge eine Kosten-Nutzen-Rechnung für eine solche Station erstellen, von CDU, Grünen und SPD zurückgewiesen. Diese befürchten, dass durch eine zusätzliche Station die Straßenbahn in Oberrad Fahrgäste verlieren würde und eine der beiden Linien dann womöglich aufgegeben oder zumindest der Takt der Bahnen verschlechtert werden müsste. Allerdings hatte die FDP in ihrem Antrag auch verlangt, dass die Straßenbahn als unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs festgeschrieben werden müsse.

Zustimmung fand dagegen ein Antrag von CDU und Grünen, wonach zum Fahrplanwechsel im Dezember nächsten Jahres im südlichen Oberrad eine Ringlinie von Mini- und Midibussen eingerichtet werden soll, um dort eine Lücke im Nahverkehr zu schließen. Auch die SPD stimmte für diesen Antrag, nahm aber für sich in Anspruch, diese Idee schon vor längerer Zeit entwickelt und in einen Antrag gegossen zu haben.

Vor allem die CDU ging in der Diskussion um die S-Bahn-Station verbal hart ins Gericht mit der FDP: Ihr verkehrspolitischer Sprecher Helmut Heuser nannte die Initiative „verkehrspolitischen Unsinn“. Die von den Liberalen mitinitiierte Befragung der Oberräder Bevölkerung habe ergeben, dass keineswegs eine Mehrheit für den Bau einer weiteren Station sei. Es seien 8000 Umfragebögen verteilt worden, 443 seien ausgefüllt zurückgekommen, und 340 Rücksender, also nur 2,72 Prozent der Oberräder Bevölkerung, hätten sich für eine zusätzliche Station ausgesprochen. Woher sollten die Fahrgäste kommen, um bei einer Kosten-Nutzen-Untersuchung den notwendigen Rentabilitätswert zu erreichen, fragte Heuser, der sich ebenso wie Klaus Oesterling von der SPD und Stefan Majer von den Grünen überzeugt davon zeigte, dass die FDP mit ihrem Vorhaben einzig die Tramlinie in Gefahr bringe. Annette Rinn wies für die Liberalen darauf hin, dass ihre Partei lediglich eine bestehende S-Bahn-Linie besser anbinden wolle. Die „hysterische Ablehnung“ durch die CDU sei ihr unverständlich.       rieb.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.12.2009 Seite 40