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Regionalnachrichten

Michael Bodenberg (re. neben Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble beim Wahlkampf in der Sachsenhäuser Warte) gewann das Direktmandat im „Süden“. Foto: Pfaff

So wählte der Frankfurter Süden

Viertes Direktmandat für Michael Boddenberg

Von Jochen Golle
Frankfurter Süden.

Auch im Wahlkreis 37 (Frankfurt IV), in dem die Wähler/innen der südlichen Stadtteile (Oberrad, Sachsenhausen, Niederrad, Schwanheim/Goldstein) ihre Landtagswahlstimmen abgaben, ist die CDU mit 34,8% (-0,3%) aller Zweitstimmen weiterhin stärkste politische Kraft und konnte damit im „Süden“ ein über dem Frankfurter Gesamtergebnis (32,7%) liegendes Quorum verbuchen. Für den in Sachsenhausen lebenden CDU-Spitzenkandidaten Michael Boddenberg (41,9%) gab es rund um seinen Heimstadtteil sogar noch einen deutlichen Sympathiebonus oben drauf. Der 49-jährige Generalsekretär, wirtschaftspolitische Sprecher der Hessen CDU und bekennender „Fan“ von Ministerpräsident Koch gewann damit, nach 1999, 2003 und 2008, bereits zum vierten Male in Folge das Direktmandat seines Wahlkreises.

SPD ist im Süden nur noch die vierte (!!) Kraft

Böse abgestraft wurde im Frankfurter Süden dagegen die SPD, mit nur noch 18,2 Prozent aller Zweitstimmen, einem satten Minus von 12,5% gegenüber dem Vorjahr und 1,6% weniger als dem aktuellen Frankfurter Gesamtergebnis. Damit ist die SPD hinter CDU (34,8), Grünen (19,1) und FDP (18,4) im Wahlkreis 37 nur noch die vierte (!!) politische Kraft.

Petra Tursky-Hartmann viel besser als ihre Partei

SPD-Kandidatin Petra Tursky-Hartmann, die bürgernahe Vorsitzende der SPD-Sachsenhausen, kann sich allerdings mit einem persönlichen „Bonus“ trösten. Sie holte 23,1% aller Erststimmen, und damit stolze 4,9 % mehr als ihre zerstrittene Partei an Zweitstimmen. Offensichtlich wurde ihre stetige Präsenz bei den Menschen im Stadtteil und engagiertes kommunalpolitisches Engagement von den Wähler/Innen honoriert. Auf dieses Aufgabengebiet kann sie sich nun im Hinblick auf die Kommunalwahlen konzentrieren, denn die eigene Partei verwehrte „PTH“ mit einem schlechten Listenplatz den Weg nach Wiesbaden.

„Grüne“ Sorge weit unter Zweitstimmenergebnis

Genau anders herum verhält sich das Wählerverhalten bei den Grünen, die ihr Wahlergebnis im Frankfurter Süden um stolze 7,4% auf 19,1% (Frankfurt gesamt: 19,6%) steigern konnten. Kandidatin Sarah Sorge, Vorsitzende der sich in Frankfurt zum Thema Flughafenausbau politisch „enthaltenden“ Frankfurter Grünen, erhielt allerdings lediglich 16,3% der Erststimmen, sitzt aber aufgrund eines guten Listenplatzes wieder im Landtag.

Traumergebnis für die FDP

Auch FDP-Kandidat Yanki Pürsün, als LH-Angestellter bekennender Befürworter des Flughafenausbaus, erhielt mit 11% deutlich weniger Erststimmen, als seine Partei Zweitstimmen. Mit 18,4% feierte die FDP im Süden Frankfurts (Frankfurt gesamt: 16,8%) allerdings ein wahres Traumergebnis.

LINKE auf gleichem Niveau

Die LINKE verbesserte ihr Vorjahres-Zweitstimmenergebnis im WK 37 – nur aufgrund der geringeren Wahlbeteiligung um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5% (Frankfurt: 7,8%). Ihr in der Heimatsiedlung lebender Kandidat Hooge erhielt lediglich 5,7% aller Erststimmen.

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