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Regionalnachrichten

FDP-Fraktionsvorsitzende Anette Rinn freut sich über eine durch die FDP-Umfrage ausgelöste „kreative Unruhe“ im Frankfurter Römer. Foto: FDP Der FDP-Stadtverordnete Yanki Pürsün stellt klar, dass niemand die Oberräder Straßenbahn „kappen“ will. Foto: Pfaff

Will Oberrad eine S-Bahnstation?

FDP fordert die Römerkoalition auf, das Ergebnis einer aktuellen Bürgerbefragung abzuwarten

Oberrad (pm/jogo)

Das Thema „S-Bahnstation Oberrad“ wird derzeit im betroffenen Stadtteil sehr intensiv und gegensätzlich diskutiert. Während z.B. der Bürgerverein Oberrad befürchtet, dass eine S-Bahnstation Oberrad negativen Einfluss auf die bisher gut funktionierende Straßenbahnanbindung haben könnte und vor Umweltschäden durch eine Erhöhung des Busverkehrs warnt (wir berichteten), halten dem vor allem jüngere Oberräder entgegen, dass man sich den technischen Fortschritten nicht in den Weg stellen soll. Eine von der FDP initiierte und aktuell durchgeführte Bürgerumfrage soll nun Klarheit über den tatsächlichen Oberräder Bürgerwillen bringen.

Den ersten vor dem zweiten Schritt machen

Als klare Befürworter der gründlichen Prüfung eines Oberräder S-Bahnanschlusses hat sich in den vergangenen Wochen die FDP-Römerfraktion geoutet. Deren Fraktionsvorsitzende, Annette Rinn, und der Niederräder Stadtverordnete Yanki Pürsün begrüßen daher das unlängst von der schwarz-grünen Römerkoalition „über die Rathausgänge“ empfangen Signal, die Machbarkeit einer eigenen S-Bahnstation nun doch zu prüfen. „Wir freuen uns, dass die schwarz-grüne Koalition den Bau einer S-Bahnstation für Oberrad zumindest in Erwägung zieht. Zugleich fragen wir uns aber auch, weshalb CDU und Grüne nicht erst das Ergebnis der von der FDP initiierten Umfrage unter den Oberräder Bürgerinnen und Bürgern abwarten und erst dann ihren entsprechenden Prüfantrag stellen. Offenbar hat die Aktivität der Liberalen bei beiden Fraktionen für eine gewisse kreative Unruhe gesorgt, die dazu geführt hat, dass die Koalition den zweiten Schritt vor dem ersten macht“, kommentiert Annette Rinn, Vorsitzende der FDP-Römerfraktion, den angekündigten Koalitionsantrag.

„Jetzt sind erst einmal die Oberräder gefragt!“

Nach Ansicht der FDP seien jetzt erst einmal die Oberräder gefragt. Sie müssten signalisieren, ob sie eine S-Bahnstation mit den dazugehörigen Maßnahmen, wie zum Beispiel einer Ringbuslinie, für notwendig erachten oder nicht. Erst dann sollte die Politik über weitere Schritte nachdenken. „Selbstverständlich will niemand, schon gar nicht die FDP, die Straßenbahnen in Oberrad kappen, auch nicht nach einer eventuellen Einrichtung einer S-Bahnstation“, stellen Rinn und Pürsün klar.

Die ÖPNV-Anbindung grundsätzlich verbessern

Grundsätzlich gehe es den Liberalen lediglich im Sinne der Bürger um eine mögliche Verbesserung der ÖPNV-Anbindung insgesamt. Der in der FDP-Römerfraktion auch für Oberrad zuständige Stadtverordnete Yanki Pürsün hofft auf aussagekräftige Umfrageergebnisse. „Dass die Umfrage zur S-Bahn zu einem koalitionären Aktivitätsschub geführt hat, belegt, dass es sich bei diesem Thema offenbar um eine für den Stadtteil wichtige Frage handelt. Wir würden uns daher sehr freuen, wenn sich möglichst viele Bürger an der Umfrage beteiligen würden. Ein breites repräsentatives Bürgervotum wäre für weitere politische Initiativen eine solide Basis“, konstatiert Pürsün.

„Bei negativem Votum die Hände davon lassen“


Frankfurts FDP-Geschäftsstellenleiter, Dr. Christian Hecht stellte gegenüber dem Blitz-Tip/Frankfurter Stadtanzeiger klar, dass seine Partei das Ergebnis der Bürgerumfrage in jedem Falle akzeptieren wird. „Sollten die Oberräder dieses Projekt mehrheitlich nicht wollen, sollte man das akzeptieren und die Hände davon lassen!“ Das gleiche gelte aus FDP-Sicht für den Fall, dass die zur Einrichtung einer S-Bahnstation Oberrad vorbereiteten Koalitionspläne zu einer Qualitätsminderung der aktuellen Straßenbahnanbindung führen sollten. „Die FDP sieht in der S-Bahnanbindung eine Verbesserung der aktuellen Situation durch eine zusätzliche, schnellere ÖPNV-Verbindung und keinesfalls ein Verdrängungsmittel der aktuellen Straßenbahn“, betonte Dr. Hecht unmissverständlich.

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